Orléans (Frankreich): Auf den Spuren der Jeanne d’Arc

Mittlerweile habe ich doch schon einige Grossstädte Frankreichs gesehen und ich muss gestehen: Orléans gehört nicht zum engeren Favoritenkreis. Gleichwohl lohnt sich ein Uebernachtungsstopp in der Stadt, wenn man einmal quer durchs Land fahren muss (z.B. auf dem Weg in die Normandie).

Mein erster Eindruck der Stadt im Loiretal ist eher düster – und das, obwohl die Fussgängerzone neu gepflastert und das Stadtzentrum erst kürzlich saniert worden ist. Mag am Gedanken an Jeanne d’Arc, der Jungfrau von Orléans liegen: Sie hört Stimmen, sie zieht als 17-jährige mit den Franzosen gegen die Engländer in den Krieg, erreicht die Aufhebung der Belagerung von Orléans, wird nach einem gescheiterten Angriff an die Engländer verkauft und 1431 auf Befehl des englischen Königs wegen Satanismus und Hexerei auf dem Marktplatz von Rouen bei lebendigem Leib verbrannt. Uff…

Nichtsdestotrotz wurde sie zur wichtigen Symbolfigur für die Befreiung Frankreichs und 1920 heilig gesprochen. Wer in Orléans ist, kommt um die Jungfrau von Orléans nicht herum. Auf dem schönen Place du Martroi, kann sie stolz auf ihrem Pferd bewundert werden.

Das Haus, in dem sie 1429 wohnte, wurde nach einem Bombenangriff im zweiten Weltkrieg originalgetreu wieder aufgebaut. Du kannst es am Place du Général de Gaulle besuchen.

Eindrücklich die Kathedrale Sainte-Croix, ein Meisterwerk der gotischen Baukunst aus dem Jahre 1278, mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Die prächtige Avenue Jeanne d’Arc führt direkt darauf zu.

In Orléans beginnt das Loiretal der Schlösser. Die Loire selber gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Pont George V verbindet den neuen Stadtteil Saint-Jean-le-Blanc mit der berühmten Rue Royale mit ihren Arkadengängen im Stadtzentrum.

Orléans, Frankreich, Loiretal

Rechts von der Rue Royale befindet sich die Altstadt mit der Rue de Bourgogne, älteste Strasse der Stadt, eingerahmt durch malerische Fachwerkhäuser. Hier lohnt es sich, durch die kleinen, engen Strassen zu flanieren. Unzählige Bars und Restaurants laden zum Verweilen ein.

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Ein Roadtrip vom Bodensee an den Zürichsee (Schweiz) mit Jackpot-Uebernachtung im Schloss Wartegg

Natürlich kannst du vom Bodensee ganz einfach über die Autobahn A1 in einer guten Stunde nach Zürich fahren. Aber – gähn… – wer will denn einfach, wenn es auch abwechslungsreich geht?!

Rorschach selber ist schon eine Reise wert: Der Ort haut dich nicht unbedingt aus den Socken, aber ich finde halt, am Bodensee ist es überall schön – ich bin in diesem Jahr Fan geworden vom Bodensee! 😊 In Rorschach gibt es ein entzückendes, antikes Badehaus (mit einer erstaunlich aktuellen Website!), die Badhütte aus dem Jahre 1924. Hätte ich die doch nur schon zu Beginn des Sommers entdeckt, da hätte ich sicher mal einen Tag verbracht.

Badhütte, Rorschach, Roadtrip, Bodensee

Und dann steht am Rorschacherberg das Schloss Wartegg, welches erhaben über dem Bodensee thront – der Grund, warum wir überhaupt in die Region gefahren sind. Ich hatte nämlich bei der lieben Anita von Travelita (vor langer Zeit…) einen Uebernachtungsgutschein gewonnen. Wenn du den Blog von Anita liest, merkst du schnell, dass sie stilvolle Unterkünfte liebt und ein Gourmet ist – vielversprechende Voraussetzungen für dieses Wochenende!

Schloss Wartegg, Bodensee, Rorschacherberg, Roadtrip

Der historische Bau von 1557 liegt inmitten einer geschützten, englischen Parkanlage und wurde zuletzt von Osterreichs letzter Kaiserin Zita bewohnt. Unser Eckzimmer im 2. Stock ist modern und schlicht eingerichtet, Höhepunkt ist der kaiserliche Ausblick auf den Bodensee – ein Traum! Ich bin begeistert und denke die ganze Zeit «Jackpot! Wieso kann ich nicht eine Woche hierbleiben?» Dies ist der perfekte Ort für eine wunderbare Auszeit.

Schloss Wartegg, Bodensee, Rorschacherberg, Roadtrip

Das viergängige Bio-Abendessen auf der wunderschönen Schlossterrasse lässt keine Wünsche offen. Sämtliche Zutaten kommen aus der Region. Der Gruss aus der Küche, das Pantli (eine Art Saliz), schmeckt uns so gut, dass wir gleich am nächsten Morgen zum Hoflädeli auf der anderen Strassenseite gehen und uns dort mit Pantli und weiteren Leckereien eindecken!

Schloss Wartegg, Bodensee, Rorschacherberg, Roadtrip

Wir haben kaiserlich geschlafen, kaiserlich gefrühstückt und sind nun bereit für den zweiten Teil unseres Roadtrips, der uns als erstes ins St. Galler Rheintal führt. Gemäss www.myswitzerland.com hat Altstätten eine der schönsten historischen Altstädte der Ostschweiz. Was soll ich sagen? Auf uns macht die Stadt einen sehr verschlafenen und fast schon heruntergekommenen Eindruck, wir sind etwas enttäuscht. Ich habe definitiv schon schönere Altstädte in der Ostschweiz gesehen. Schnell sind wir wieder weg und fahren im dichtesten Nebel hoch ins Appenzellerland. Kaum haben wir Appenzell erreicht, erwartet uns strahlender Sonnenschein.

Appenzell ist immer ein Besuch wert. Einmal wegen der schönen Gebäude, aber auch wegen der gemütlichen Cafés und kleinen Läden mit einheimischen Spezialitäten mitten in den schmucken Gassen. Und dann ist da natürlich noch der eindrückliche Landsgemeindeplatz, wo alljährlich am letzten Sonntag im April über wichtige Landesangelegenheiten abgestimmt wird, Schweizerischer geht nicht! Einer der wenigen Vorteile von Coronazeiten: Es hat zwar Touristen, ist aber lange nicht so überlaufen wie in «normalen» Jahren. Mehr zu Appenzell kannst du in einem meiner früheren Beiträge lesen.

Unsere Fahrt ins Blaue führt weiter via Urnäsch. Die vielen «Hinterlassenschaften» auf der Strasse weisen darauf hin, dass wir den farbenfrohen und weit über die Landesgrenze hinaus bekannten Alpabzug nur knapp verpasst haben. Zur Vermeidung von grossen Menschenansammlungen war der Termin in diesem Jahr nicht grossartig bekannt gegeben worden.

Die voralpine Hügellandschaft des Appenzells begeistert mich immer wieder. Für mich ist dies eine der schönsten Regionen der Schweiz. Kurz hinter Urnäsch führt eine schmale Strasse in Richtung Hemberg, ein klitzekleiner Ort im Toggenburg im Kanton St. Gallen. Hemberg musst du nicht kennen, aber ich finde, das ist ein kleiner Geheimtipp, was die wunderschöne Aussicht auf das Alpsteinmassiv mit dem erhabenen Säntis angeht. Diese geniessen wir im Restaurant Hörnli, das gleichzeitig auch eine Bäckerei ist.

Hemberg, Toggenburg, Roadtrip
Hemberg, Toggenburg, Roadtrip

Ab Hemberg führt der Weg via Wattwil ins Unterland. In Wattwil hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du nimmst die Strasse nach Will und gehst dort auf die Autobahn A1 in Richtung Zürich oder du fährst über den Ricken nach Rapperswil am Zürichsee. Egal welche Variante du nimmst, falls dein Herz für Schokolade schlägt, empfehle ich dir einen kleinen Umweg über Lichtensteig (übrigens mit einer historischen Altstadt, die meines Erachtens einiges lieblicher ist als Altstätten… just saying…), wo sich der Fabrikladen der Firma Kägi befindet. Ich sage nur «Glücklichmacherli»!

Wir fahren über den Ricken (ein Mini-Pass auf 800 müM), eine Landschaft, die sich für mich sehr ursprünglich anfühlt. Hier herrscht noch heile Welt – und doch ist die «Zivilisation» nicht weit weg: Kurze Zeit später stossen wir auf unser Tagesziel Rapperswil am Zürichsee.

Rapperswil, Zürichsee, Roadtrip

Die Brücke, die parallel zur Seedammstrasse über den oberen Zürichsee verläuft, wurde 2001 eingeweiht und steht auf 233 Pfählen. Ein eindrücklicher Bau, auch wenn das Wetter nicht 100 %ig mitmacht.

Rapperswil, Zürichsee, Roadtrip

Je nach Verkehr und Gutdünken kannst du die Fahrt bis Zürich über die Autobahn A3 oder der Goldküste direkt am See entlang fortsetzen.

Habe ich dir zu viel versprochen? Das ist doch mal ein Roadtrip, der nicht in jedem Reiseführer steht – und trotzdem eine der schönsten Ecken der Schweiz zeigt!

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Abwechslungsreiches Gstaad (Schweiz): Von Spaziergängen auf 3000 Metern über reflektierende Bergwelten bis hin zu melancholischen Momenten am See

«Was??? Du hast noch nie vom Glashaus in Gstaad gehört?» Meine Nachbarin ist entsetzt. Sie kennt meine Reiselust und weiss von meiner bucket list. «Das muss sofort auf deine Liste!» Und so kommt es, dass ich ganz spontan ein Wochenende in Gstaad plane.

Gstaad an und für sich ist nicht so mein Ding, der Ort ist mir zu mondän, zu sehr Schickimicki. Ich mag es nicht, wenn ich in der Deutschschweiz in ein Restaurant gehe und dort Englisch sprechen muss, weil die Angestellten kein Deutsch und schon gar kein Schweizerdeutsch verstehen – so geschehen im Capuccino in Gstaad, wo das Personal nur Englisch und Spanisch spricht… Ansonsten, nichts gegen das Capuccino: Untergebracht in einem wunderschönen historischen Chalet, sehr ansprechendes Interieur, gutes Essen und der beste Platz zum «sitzen, gucken, Kaffee trinken»!

Die Umgebung von Gstaad hingegen ist allemal eine Reise wert. Bei traumhaftem Wetter fahren wir zur Talstation des Col du Pillon, an der Grenze zwischen den Kantonen Bern und Waadt liegend. Innerhalb kürzester Zeit bringt uns die Seilbahn auf 2971 müM.

Gstaad, Les Diablerets, Glacier 3000, Col du Pillon

Die restlichen 29 Höhenmeter, die dir noch fehlen, bis du die 3000 erreicht hast, bewältigst du über Treppen. Und dann hast du ihn vor dir, den berühmten Peak Walk Galcier 3000, der mit einer Hängebrücke zwei Gipfel miteinander verbindet – einzigartig auf der Welt! Bei klarem Wetter bietet sich dir ein fantastischer Blick auf das Mont Blanc Massiv, Matterhorn und die Jungfrau.

Die zweite Tageshälfte ist reserviert für das Glashaus, offiziell «Mirage Gstaad» genannt. Seit Februar 2019 steht es auf einer Wiese zwischen Gstaad und Schönried und ist nur zu Fuss erreichbar. Ab Gstaad spazierst du am besten nach dem Migros-Kreisel rechts der Grubenstrasse entlang rund eine Stunde immer leicht bergauf in Richtung Gruben und Schönried. Ab Schönried führt direkt hinter dem Chnusper-Becke der Saaliweg in rund 20 Minuten bergab zum Kunstwerk von Doug Aitken (was du auf dem Rückweg allerdings auch wieder hoch musst… ausser du gehst gleich weiter bis nach Gstaad). Erstaunlicherweise ist in beiden Dörfern kein Hinweisschild zum Mirage Gstaad zu finden. Erst wenn du unterwegs bist, stösst du auf Wegweiser.

Gstaad, Mirage Gstaad, Schönried, Glashaus
Gstaad, Mirage Gstaad, Schönried, Glashaus

Nicht nur ich bin begeistert vom Glashaus, an diesem Samstag Nachmittag ist einiges los: Besucher mit Mountain Bikes, Kinderwagen, Kind und Kegel fotografieren sich vor und im Haus. Es ist gar nicht so einfach, ein Bild ohne Menschen zu schiessen.

Gstaad, Mirage Gstaad, Schönried, Glashaus

Zu bewundern ist die Reflektion der wunderschönen Bergwelt in den Glaswänden noch bis März 2021. Wer weiss, vielleicht schaffe ich es ja noch für ein Winter-Foto-Shooting!

Wenn in Gstaad, dann muss auch ein Besuch am Lauenensee sein – finde ich zumindest. Leider ist das Wetter am zweiten Tag nicht mehr ganz so schön, aber wir sind schon glücklich, dass es trocken bleibt.

Mit der Gondelbahn fahren wir auf die Wispile. Es ist ruhig hier oben, grad erst am Tag zuvor wurden die Kühe für den bevorstehenden Winter ins Tal geholt.

Nach einer rund 40minütigen Wanderung über die Alp stehen wir vor einem Fondue Caquelon! Ja, richtig gelesen: Ein riesengrosses Fondue Caquelon aus Holz bietet bis zu acht Personen einen Sitzplatz, um dort ihr Fondue zu essen. Tolle Idee von Gstaad Tourismus: Hol dir für CHF 18 pro Person einen Fondue-Rucksack und geniesse in freier Natur in einem überdimensionalen Caquelon die Schweizer Käsespezialität.

Gstaad, Lauenensee, Wispile

Das zweite Drittel der Wanderung führt auf einem steilen Zickzack-Weg den Berg runter und auf der anderen Seite wieder hoch. Unterwegs sehen wir viele Pilze, ob sie geniessbar sind, kann ich allerdings nicht beurteilen. Nachdem der anstrengende Teil der Wanderung geschafft ist, wanderst du um den Berg herum und schon bald bietet sich dir der erste Blick auf den berühmten Lauenensee:

Nun geht es auf breiten Wanderwegen abwärts. Nach total drei Stunden Wandern hast du das Ufer des Lauenensees erreicht.

Der Lauenensee erlangte nicht zuletzt nationale Berühmtheit durch das Lied der Schweizer Gruppe Span:

I weiss no guet wo’n I ar Sunne bi gsässe

Wit awäg vom Lärm vo der Stadt

I weiss no guet wie ’n I ha chönne vergässe

Dert hinger bim Louenesee

Ja, er sass in der Sonne und vergass alles… Wir hingegen sitzen unter Wolken verhangenem Himmel eingepackt in zwei Jacken draussen im Wirtshaus zum See und gönnen uns eine heisse Käseschnitte. Alles vergessen dürfen wir nicht, schliesslich wollen wir nicht das Postauto verpassen, welches uns zurück nach Gstaad fahren soll… 😊

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Lasst den Mehlsack von Ravensburg nicht umfallen… (Deutschland)

Zum Tag der deutschen Einheit nehme ich dich mit nach Ravensburg, eine entzückende Kleinstadt im Schwabenländle.

Wenn in China ein Reissack umfällt, interessiert das keinen Menschen. Wenn hingegen in Ravensburg der Mehlsack umfallen würde, dann käme das einer Katastrophe gleich. Der Mehlsack ist nämlich ein bald 600 Jahre alter Wehrturm und Wahrzeichen der Stadt!

Nicht umsonst wird Ravensburg auch «Stadt der Türme und Tore» genannt. Wir parken im Parkhaus beim Frauentor, direkt neben dem grünen Turm.

Auf dem Weg in Richtung Gemalter Turm haben wir die Qual der Wahl: Frühstück im Café Herr Rossi oder Kuchen im Café Glücklich? Wir entscheiden uns für Café Herr Rossi. Obwohl dieses samstags jeweils mit einem tolles Frühstücksbuffet aufwartet, essen wir nur ein Schoggi Gipfeli, wohlwissend, dass Ravensburg noch einige Leckerbissen zu bieten hat!

Anschliessend spazieren wir durch die Altstadt zum Untertor.

Die Bachstrasse, die vom Untertor zum malerischen Lederhaus und Seelhaus führt, ist eine von Ravensburgs Haupteinkaufsstrassen. Erwähnenswert hier ist das Café Tekrum Kambly, einerseits weil es guten Kaffee und Kuchen anbietet, anderseits weil man hier in einem Workshop seinen eigenen Mehlsack aus Schokolade giessen kann! Und dann ist gleich daneben der Kambly Fabrikverkauf Laden – auch nicht zu verachten…

Auf der Suche nach dem 50 Meter hohen Mehlsack am höchsten Punkt der Altstadt «stolpern» wir zufällig über den Wochenmarkt, der samstags jeweils bis 13 Uhr in die Marktstrasse und auf den Gespinstmarkt lockt. Leider sind wir etwas spät dran, aber es reicht doch grad noch, um frische Würste zu kaufen! Auch wenn kein Markt ist, überzeugt die Marktstrasse mit ihren kleinen Boutiquen und Shops.

Vom Mehlsack aus geht es via Obertor wieder zurück in die Altstadt.

Abschluss dieses gemütlichen Tages macht ein Besuch im liebevoll eingerichteten Café Glücklich. Schon den ganzen Tag haben wir uns auf Kuchen und frische Waffeln gefreut!

Ravensburg ist mit dem Auto nur gute zwei Stunden von Zürich entfernt. Wenn du den Weg via Konstanz wählst, führt dich von dort die Fähre nach Meersburg – ein Erlebnis, das bei mir jedes Mal Urlaubsgefühle aufkommen lässt!

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24 Stunden in Neuenburg/Neuchâtel (Schweiz)

Wenn nicht jetzt, wann dann? Das Coronajahr ist die beste Gelegenheit, Orte in der Schweiz zu entdecken, die ich bisher nicht gekannt hatte. Einer davon ist Neuenburg, gleich auf der anderen Seite des Röstigrabens (kulturelle Grenze Deutschschweiz/französische Schweiz).

Die Anreise im Auto verläuft relativ schnell (1 ½ h) und überraschend staulos. Unsere Unterkunft (Hotel Alpes & Lac) ist zwar nicht direkt am See, sondern beim Bahnhof oben, aber dafür mit fantastischer Aussicht über See, Stadt und bis hin zu den Alpen (wenn du Glück hast, siehst du sogar das Mont Blanc Massiv!). Der Aerger über das kleine, französische Bett (ja, hier fühlt sich bereits alles an wie in Frankreich!) ist vergessen, sobald man aus dem Fenster schaut!

Zum Apéro möchten wir – total cool – auf der Dachterrasse des Hotels Beaulac mit einem Drink in der Hand chillen. Doch schon beim Eingang des Hotels hat es sich ausgechillt, wir werden nicht mal bis zur Terrasse hochgelassen, es hat bereits zu viele Leute. Enttäuscht suchen wir einen Plan B. Direkt am Hafen gibt es einige Bars. Erwähnenswert ist das «Le bassin bleu», Tische und Stühle sind tatsächlich in einen Swimming Pool aufgestellt. Deine Füsse sind bis zu den Waden im Wasser, als Kellner bist du einer konstanten Kneipp-Kur unterzogen – nicht die dümmste Idee bei 30 Grad!

Aber Neuenburg hat nicht nur eine Bar im Schwimmbecken zu bieten, auch die Strandbar La Plage mit Liegestühlen im Sand ist nicht weit.

Je mehr ich von Neuenburg sehe, desto begeisterter bin ich! Wir spazieren weiter dem wunderschönen Quai Ostervald entlang und landen bei der Passerelle de l’Utopie: Ein Steg, der viel zu speziell ist, um einfach nur «Steg» genannt zu werden. Sitzt man ganz vorne auf der Bank, umzingelt von drei wilden Teenagern, die freudig hin und her hüpfen, spürt man deutlich die Vibrationen der frei schwebenden Stegseite.

Im Beau Rivage Hotel ergattern wir den letzten Tisch auf der Terrasse mit Blick auf den See. Perfekt für – den lange herbeigesehnten – Apéro und das Nachtessen.

Frisch gestärkt entdecken wir die Altstadt Neuenburgs. Mittelalterliches Ambiente und enge Kopfsteinstrassen begeistern uns.

Restaurants und Bars sind voll, überall ist auf den Strassen getischt, die Stadt lebt. Es fühlt sich an wie Ferien im Süden. Wir flanieren ziellos durch die engen Gassen und sind plötzlich auf der Rue du Château die uns – nomen est omen – zum Schloss führt. Es geht steil hoch, bin ich froh, machen wir den Weg am Abend und nicht tagsüber bei 30 Grad.

Einmal mehr wird die Anstrengung mit einer tollen Aussicht belohnt.

Den Absacker trinken wir im Café Villa Castellane. Ein bezauberndes Café, das wir zufällig auf dem Nachhauseweg an der Faubourg de l’Hôpital entdecken. Ueberall im Garten der Stadtvilla sind Tische und Stühle verteilt, die kleinen farbigen Tischleuchten zaubern eine einmalige Atmosphäre. Obwohl mitten im Stadtzentrum, fühlt man sich hier wie in einer friedlichen kleinen Oase – wir wollen gar nicht mehr aufstehen.

In den Ferien und am Wochenende gibt es für mich nichts Schöneres, als ausgiebig zu frühstücken. Das hätten wir auch in Neuenburg vorgehabt, aber im Vorfeld kein ansprechendes Café gefunden bzw. auch hier schon wieder den französischen Einfluss festgestellt: Meistens gibt es nur Kaffee und ein Croissant, mehr nicht. So beschliessen wir, das Frühstücksbuffet vom Hotel zu probieren. Ein guter Entschluss! Die Auswahl ist reichlich, alles schön coronakonform einzeln abgepackt und die Aussicht auf der Terrasse des Hotels einmal mehr unschlagbar!

Samstag ist Markttag. Heute präsentiert sich die Stadt ganz anders als noch am Abend zuvor. Der Wochenmarkt zieht sich vom Place des Halles durch die ganze Altstadt und lockt entsprechend Leute an. Wunderschön werden Gemüse, Früchte und Brot präsentiert.

Wir stürzen uns ins Gewusel und geniessen es Shops zu entdecken, die den Weg noch nicht in die Deutschschweiz gefunden haben. Als wir eine Pause brauchen, landen wir in der Vallantica Wine Bar auf einem kleinen, unscheinbaren Platz in der Nähe der Rue du Château. Es geht gar nicht anders, hier MÜSSEN wir ein Glas Wein trinken… 😊

Vom Hotel haben wir ein kleines Gutscheinheft erhalten. Ich bin überrascht, was alles geboten wird: Gratis-Eintritte in unzählige Museen, Gratis-Touren mit Mietvelos, Gratis-Schifffahrten… Da soll noch einer sagen, die Schweiz ist unbezahlbar! Wir nutzen die Gunst der Stunde und machen eine Schiffstour auf dem Neuenburgersee.

In rund 1 ½ Stunden geht es von Neuenburg auf die andere Seeseite nach Coudrefin im Kanton Waadt, weiter nach Portalban im Kanton Freiburg und zurück nach Neuenburg – traumhaft entschleunigend. Der Gutschein verlangt, dass wir in Coudrefin oder Portalban einen Zwischenstopp einlegen. Kein Problem, wer hat schon was dagegen, im Hafen von Portalban am See zu sitzen und ein leckeres Eis zu essen??

Zum Abschluss unserer 24-Stunden-Tour fahren wir 15 Minuten westlich von Neuenburg nach Gorgier. Das romantische Badehaus am Neuenburgersee ist nicht nur eines der beliebtesten Fotomotive der Westschweiz, es ist auch mein absolutes Lieblingsbild von diesem Trip:

Ist es nicht allerliebst?!? Bei prächtigen Wetterbedingungen sollen die Fotografen hier Schlange stehen, um das perfekte Bild zu schiessen. Zum Glück sind an diesem heissen Sommertag die Badegäste mehr am kühlen Nass als am Holzbauwerk interessiert. Wir sind die einzigen Fotografen weit und breit!

Wahnsinn, was man in 24 Stunden alles erleben kann… La vie est belle à Neuchâtel !

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Auf der Jagd nach Essen und Trinken: Foodtrail in Bern (Schweiz)

Als bekennender Foxtrail-Fan hatte mich der Foodtrail in Solothurn – leider – nicht so überzeugt. Ich wollte ihm in Bern eine zweite Chance geben. Der Start verlief nicht ganz reibungslos: Ich hatte alles online reserviert, aber die Unterlagen per Post nicht rechtzeitig erhalten. Im Tourismusbüro in Bern zeigte man sich aber kulant und gab mir neue Unterlagen.

 

Los gings gleich am Bahnhof vorbei und weiter zum kinderfressenden Mann.

 

Foodtrail, Bern, Schweiz

 

Dort solltest du Kinder zählen und «die Anzahl der Kinder im Quadrat ergibt die Anzahl Schritte, die du nun südwärts gehst»! Ei der Daus, da bin ich grad mal kurz ins Schwitzen gekommen, Rechnen war noch nie meine Stärke… Aber wir schafften es und erreichten das berühmteste Wahrzeichen der Stadt: Den Zyytgloggeturm!

 

Foodtrail, Bern, Schweiz, Zyytgloggeturm

 

In der Nähe befand sich die erste Station. Es war mitten im Morgen, wir hatten eigentlich erhofft, dass wir einen Kaffee erhalten und vielleicht ein Gipfeli dazu. Stattdessen wurden wir in die (gemütlichen) Katakomben eines berühmten Käseladens geführt und erhielten ein Chäsplättli mit einer grosszügigen Auswahl Käse.

 

Foodtrail, Bern, Schweiz

 

Der Weg führte wieder zurück in Richtung Bahnhof – und nun sind wir beim Thema, welches ich bereits beim letzten Foodtrail bemängelt hatte: Der Weg ist konzeptlos. Er führt hin und her, 2-3 x an den gleichen Plätzen vorbei, statt dass man einen schönen Rundlauf durch die ganze Stadt macht. In Bern kommt erschwerend hinzu, dass an einem Samstagmorgen auf vielen Plätzen Markt ist. Nichts gegen Märkte, im Gegenteil!. Aber wenn man Hinweise suchen muss, sind Marktstände und die entsprechend vielen Leute eher hinderlich.

 

Wir sehnten uns nach einem Kaffee. Doch der zweite Posten führte uns in eine Weinbar – grundsätzlich eine gute Idee, aber um 10.30 Uhr morgens…?

 

Foodtrail, Bern, Schweiz

 

Egal, wir haben den Neuenburger Wein genossen und machten uns anschliessend – sehr – leichten Schrittes weiter auf die Suche nach dem nächsten Posten. Weil das koffeinhaltige Heissgetränk immer noch auf sich warten liess, legten wir einen inoffiziellen Stopp in einem Café ein. Das musste jetzt einfach sein. Auf dem Weg zum Genuss-Stopp Nr. 3 hätten wir eigentlich am Denkmal vom Dällenbach Kari vorbeikommen sollen. Wir habens verpasst! Lags am Wein, lags am Markttrubel – ich weiss es nicht. Aber zum Glück fanden wir die Gasse, welche nach dem grössten Berner Gebäude benannt worden ist, auch ohne Dällenbach Kari. Das weisst sogar du, welches das grösste Berner Gebäude ist, oder??

 

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Zum ersten Mal wurden wir nun nicht vor Ort verpflegt, sondern erhielten etwas zum Mitnehmen: Ein leckeres Stück Wähe (sagt der Berner «Chueche»?).

 

Es folgte nicht nur der kulinarische Höhepunkt dieser Jagd, sondern auch die schönste Aussicht.

 

Foodtrail, Bern, Schweiz

 

Nun wurde es spannend: Wir wanderten auf einem Geheimweg, mussten Treppenstufen zählen, wurden mit acht Berner Persönlichkeiten bekannt gemacht und standen plötzlich wieder beim Holländerturm – den hatten wir heute auch schon mal gesehen…

 

Foodtrail, Bern, Schweiz

 

Kulinarisch erwarteten uns jetzt Oepfelchüechli – für mich das Highlight dieser Food-Reise. Mmmhhhh, ich liebe Oepfelchüechli – und wenn es dann noch «die besten weitherum» (so die Ankündigung) sind, bin ich sofort dabei.

 

Foodtrail, Bern, Schweiz

 

Frisch gestärkt ging es weiter. Der Weg führte einmal mehr in Richtung Bahnhof. Wenn du dich genau an die Anweisungen hältst, findest du das Ziel. Wenn du – wie wir – denkst, du weisst es besser… Nun ja, dann findest du das Ziel auch, aber es dauert halt etwas länger 😉 Ich hatte übrigens in einem Artikel über den Foodtrail gelesen, dass Kinder suchen, Jugendliche googeln und Erwachsene fragen, wenn sie den Weg nicht finden. Ueberrascht es euch zu hören, dass ich zu den Jugendlichen gehöre?? 😉

 

Bei Stopp Nr. 5 hätten wir endlich den lang ersehnten Kaffee erhalten. Und dann das:

 

Foodtrail, Bern, Schweiz

 

Ich war kurz vor dem Explodieren. Einerseits weil der Laden geschlossen war und anderseits wegen der fadenscheinigen Begründung: Heute wegen Corona früher geschlossen? Entweder sind die Geschäfte wegen Corona geschlossen oder sie sind wieder geöffnet – aber sie schliessen sicher nicht früher wegen Corona! Während ich mich lautstark aufregte, ging plötzlich die Tür auf und eine nette Verkäuferin bot uns anstelle des Kaffees zwei Kaltgetränke an. Sie entschuldigte sich für die Schliessung und meinte, dass sie auch erst kurzfristig von der früheren Schliessung erfahren hätte. Also gut, Entschuldigung angenommen!

 

Nun wurde es wieder unkoordiniert: Foodtrail wollte uns tatsächlich nochmals ans andere Ende der Stadt zum Bärengraben schicken. Natürlich ist der Bärengraben auf so einer Tour ein Muss, aber der wäre auch schon früher näher an der Strecke gewesen. Wir waren unter Zeitdruck, weil wir noch einen weiteren Termin hatten. Also kürzten wir die Jagd ab, indem wir kurzentschlossen den Bus nahmen. Geht natürlich nur, wenn du weisst, wohin du musst. Ich gebs zu, wir haben es bitzeli geschummelt und in unseren Unterlagen das Notfallcouvert geöffnet…

 

Foodtrail, Bern, Schweiz

 

Bei der letzten Genuss-Station gab es als Finisher-Belohnung ein Glacé nach Wahl. Hast du schon mal ein rabenschwarzes Glacé gegessen? Ich nicht, darum musste ich das hier unbedingt probieren.

 

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Fazit: Die Idee Foodtrail finde ich nach wie vor eine super Sache. Beim Berner Foodtrail sind vor allem die Anlaufstellen und die Goodies sehr gelungen und abwechslungsreich. Allerdings müsste sich die Organisation bei der Streckenführung einige Gedanken machen (und vielleicht mal bei den Kollegen vom Foxtrail vorbeischauen!). Statt die «Jäger» kreuz und quer über die Märkte und von einem Ende der Stadt zum anderen Ende zu schicken, wäre ein geordneter Rundlauf viel stressfreier zu bewältigen. Bern hat so viele schöne Ecken zu bieten, das wäre für die Organisatoren nicht mal so eine grosse Herausforderung.

 

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Ein Wochenende im Thurgau (Schweiz): Zwei versteckte Perlen

Hast du schon mal vom Hüttwilersee gehört? Oder vom Nussbaumersee? Das mag vielleicht den Thurgauern ein Begriff sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Auswärtige diese zwei versteckten Perlen kennen.

 

Eigentlich hatte ich vorgehabt, auf meiner Velotour durch den Thurgau den Hüttwilersee zu besuchen, doch dann hat mir meine Kondition einen Strich durch die Rechnung gemacht. Plan B ist nun, auf dem Heimweg mit dem Auto einen Stopp beim Hüttwilersee einzulegen. Und weil der Nussbaumersee gleich daneben liegt, nehmen wir den auch gleich mit. Parkplätze gibt es am östlichen Seeufer direkt bei der Badi Hüttwilersee genug.

 

Das Strandbad Hüttwilersee im Naturschutzgebiet des Seebachtales ist ein super lauschiges Plätzchen mit einmaliger Atmosphäre. Es ist noch früh morgens, ganz ruhig liegt der See vor uns. Leider ist es – für mein Empfinden – zu kalt zum Baden. Aber ein Spaziergang um den See liegt allemal drin. Gemäss Infotafel sollten wir den See in einer Stunde umrundet haben.

 

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Der Weg führt durch herrliche Uferzonen. Immer wieder laden Rastplätze am See zur Pause ein. So wird das natürlich nichts mit der Umrundung in einer Stunde…

 

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Als wir das westliche Seeufer erreicht haben, überqueren wir eine Hauptstrasse und stehen nun vor dem Nussbaumersee. Auch hier gibt es einen Parkplatz.

 

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Am oberen Seeufer an der Grenze zum Kanton Zürich befindet sich inmitten von Schilfgürtlen ein idyllischer Badeplatz. Mehr Naturbaden geht nicht!

 

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Ueber einen Holzsteg führt der Weg durchs Schilf und direkt weiter zum nächsten Rastplatz.

 

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Wieder beim Hüttwilersee angelangt, führt der Weg nicht direkt dem Ufer entlang, sondern über Stock, Wurzeln und Stein. Die Moorlandschaft wird zum Teil mit Holzstegen überbrückt.

 

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Nicht weit vom See entfernt, gehst du an der Burg Helfenberg vorbei. Die mittelalterliche Ruine ist öffentlich zugänglich und verfügt im Innern sogar über Feuerstellen.

 

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Ich bin begeistert von diesen zwei Perlen im Thurgau – wunderbar friedliche Orte, wo man herrlich einen Sommertag verbringen kann.

 

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Ein Wochenende im Thurgau (Schweiz): Genusstour mit dem Auto

Wir brauchen ein Schlechtwetterprogramm, es regnet. Zum Glück ist nicht Sonntag, sondern Samstag, da gibt es einige tolle Alternativen im Thurgau.

 

Wir starten den Tag mit einem Besuch beim Weingut Wolfer in Weinfelden. Ich hatte eine Weinflasche von Wolfer bei uns im Hotel entdeckt. Lokales interessiert mich immer, also steht eine kleine Weindegustation auf dem Plan. Ueber Stock und Stein und Feldwege führt mich unser Navi in die Rebberge von Weinfelden. Wir probieren uns durch diverse Weiss- und Rotweine. Dass es erst zehn Uhr morgens ist, kümmert uns wenig – irgendwo auf der Welt ist bereits 17 Uhr… 😉 Schliesslich entscheide ich mich für Federweiss (Weisswein) und Sequana (Rotwein). Gut, sind wir heute mit dem Auto unterwegs, ins Velokörbchen hätte der Einkauf nicht gepasst!

 

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Ich möchte mich nicht wie eine Alkoholikerin anhören, aber… Nächster Stopp ist die Mosteria in Hüttwilen! Die haben wir auf unserer Velotour im Vorbeifahren gesehen. Nun haben wir das Auto dabei und sind auf Grosseinkauf aus, schliesslich gibt es hier Erzeugnisse aus den Spezialitäten des Kantons: Aepfeln! Wieder gibt es eine Degustationsrunde – bin ich froh, haben wir so ausgiebig gefrühstückt… Wir probieren thurgauischen Cider (Hüttwiler Apple Dream). Ich bin hin und weg, der kommt definitiv in meinen Einkaufskorb! Zum Ausgleich kaufe ich auch noch Redlove Apple Dream Secco, eine alkoholfreie Alternative. Alles übrigens auch tolle Mitbringsel und Geschenke!

 

Das süsse i-Tüpfelchen darf nicht fehlen, schliesslich sind wir auf der Genusstour. Es folgt ein Besuch im berühmten Café in Gottlieben. Wunderbar am Wasser gelegen, zwischen Bodensee und Untersee, kannst du hier nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch die berühmten Gottlieber Hüppen geniessen. Eine grosse Auswahl verschiedener Sorten der lokalen Spezialität wird im angegliederten Shop angeboten.

 

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Kulinarischer Höhepunkt dieser Reise ist dann abends ein Besuch im Restaurant Haus zum Schiff in Ermatingen. Eigentlich sind wir nur durch einen absoluten Zufall dort gelandet: Ich war schon mal in einem Restaurant mit ähnlichem Namen in der Region und hatte gedacht, dass ich jetzt da einen Tisch reserviert hatte. Aber google hat mich in die Irre und schlussendlich an einen viel schöneren Ort als geplant geführt! Das Restaurant liegt direkt am Untersee.

 

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Bei schönem Wetter lädt ein lauschiger Garten zum Verweilen ein.

 

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Bei uns hat es grad erst geregnet, was einerseits zu einer traumhaften Stimmung am Himmel führt:

 

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Und uns anderseits einen Platz im klitzekleinen, super gemütlichen Restaurant verschafft.

 

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Wir werden mit einem wunderbaren 3-5 Gang Ueberraschungsmenü verwöhnt. Jeder Gang, nur saisonale und regionale Zutaten (ich sag nur: Radieslirisotto…mmmmhhhh), wird super sympathisch persönlich vorgestellt. Ein kulinarisches Erlebnis der Extraklasse – nur schon beim Bearbeiten dieses Beitrages läuft mir wieder das Wasser im Mund zusammen!

 

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Ein Wochenende im Thurgau (Schweiz): Rundtour mit dem eBike

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber: In der jetzigen Zeit, wo Reisen in ferne Länder ziemlich limitiert, wenn nicht gar eliminiert ist, solltest du unbedingt mal ein Wochenende im Thurgau planen. Thurgau ist nämlich nicht nur «Halskrankheit» (Dialekt), «hinterwäldlerisch» und «Mostindien», Thurgau ist tatsächlich einer der am meisten unterschätzten Kantone meines Heimatlandes. Ich habe an einem Wochenende einen wunderschönen Flecken Schweiz kennengelernt – und, ganz ehrlich, sooo schlimm ist der Dialekt gar nicht… 😊

 

Wir übernachten im schnuckeligen Boutique-Hotel Juckers in Tägerwilen – ein Hotel, das ich wärmstens empfehlen kann. Die Lage zwar nicht direkt am See, aber dafür mit extrem freundlichen Gastgebern, super leckerem Essen und – wenn du rechtzeitig buchst – tollen Mietvelos der lokalen Marke Tour de Suisse!

 

Thurgau, Velotour, Radtour, eBike, Schweiz

 

Highlight unseres Wochenendes ist dann auch die mehrstündige Velotour einmal quer durch den Thurgau. Gleich hinter dem Hotel geht es bergauf in Richtung Castello. Schon nach den ersten Metern bin ich froh, dass wir ein eBike gemietet haben… Nach gut 20 Minuten erreichen wir die super idyllischen Bommer Weiher bei Alterswilen. Klein, aber fein – für mich etwas vom Schönsten, was die Region zu bieten hat.

 

Thurgau, Velotour, Radtour, eBike, Schweiz, Bommer Weiher

 

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Die Fahrt geht weiter, erst auf Feldwegen, später auf Radwegen den (ruhigen) Nebenstrassen entlang durchs Thurgauer Hinterland via Wäldi, Homburg, runter nach Herdern.

 

Thurgau, Velotour, Radtour, eBike, Schweiz

 

Mir schwant Böses, wo es runter geht, geht es auch wieder hoch… Eigentlich wollte ich beim Hüttwilersee Halt machen, doch dazu müssten wir noch weiter runterfahren– sprich später auch wieder hochfahren. Wir beschliessen, den See (vorläufig) links liegen zu lassen und auf direktem Weg nach Nussbaumen nahe an der Zürcher Kantonsgrenze zu fahren. Und da geht es auch schon los: Mitten im Dorf führt die Strasse steil den Berg hoch. Selbst mit elektrischer Unterstützung komme ich ganz schön ausser Atem. Aber die Anstrengung lohnt sich, auf der anderen Seite des Hügels erwartet uns eine tolle Aussicht auf Stein am Rhein.

 

Thurgau, Velotour, Radtour, eBike, Schweiz, Stein am Rhein

 

…und dann natürlich die Abfahrt, über die Thurgauer Kantonsgrenze hinaus in den Kanton Schaffhausen. Aber diesen Ausläufer in eine der schönsten mittelalterlichen Städte der Schweiz nehmen wir gerne mit.

 

Thurgau, Velotour, Radtour, eBike, Schweiz, Stein am Rhein

 

Normalerweise tummeln sich hier viele ausländische Touristen, heute sind nur Schweizer und ein paar wenige Deutsche unterwegs. Uebrigens, in der kalten Jahreszeit ist der Weihnachtsmarkt von Stein am Rhein sehr zu empfehlen.

 

Die letzte Etappe unserer Rundtour führt dem malerischen Untersee entlang. Ich mag diese Gegend, da kommen bei mir Urlaubsgefühle auf. Passend zum Wetter machen wir in Steckborn Halt und gönnen uns ein feines Glacé.

 

Thurgau, Velotour, Radtour, eBike, Schweiz, Untersee

 

Vorbei an Berlingen geht es weiter nach Ermatingen – ein Ort schöner wie der andere und immer radelst du dem türkisblauen See entlang.

 

Thurgau, Velotour, Radtour, eBike, Schweiz, Untersee

 

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Rechts von der Strasse erhebt sich auf einem Hügel stolz das Schloss Arenenberg. Dies habe ich früher schon mal besucht (bin ich froh, muss ich da jetzt nicht mit dem Velo hoch…), die Aussicht von dort oben über den Untersee ist einmalig – kann ich dir sehr empfehlen. Mehr darüber kannst du hier lesen.

 

Alternativ könntest du in Stein am Rhein (samt Velo) aufs Schiff in Richtung Kreuzlingen und bis Mannebach fahren. Dann wärst du sicher auch noch fit genug, um auf den Arenenberg zu fahren… 😉

 

Nicht direkt dem See entlang, aber auf schönen Feldwegen führt unser Weg zurück zu unserem Hotel in Tägerwilen.

 

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Die ganze Strecke ist rund 70 km lang. Solltest du sie in einem Stück fahren, wärst du knapp vier Stunden unterwegs – würde ich dir allerdings nicht empfehlen; es gibt so viel Schönes zu sehen, da solltest du unbedingt Zwischenstopps einplanen. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und haben jede Minute davon genossen.

 

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Idyllischer Partnunsee im Bündnerland (Schweiz)

Es war vor 30 Jahren gewesen, ich stand in einer Jugendherberge in Neuseeland und hörte einem Schweizer zu, der mir erzählte, dass er aus St. Antönien komme und nun zum ersten Mal im Ausland sei. Für mich war das unvorstellbar, wie kann man noch nie im Ausland gewesen sein und dann gleich ans andere Ende der Welt reisen – ohne ein Wort Englisch zu sprechen, notabene! Anderseits war ich noch nie zuvor in St. Antönien gewesen…

 

Das sollte sich nun ändern: Ich hatte nämlich ein Bild vom Partnunsee entdeckt und war nun wild entschlossen, diesen zauberhaften See live und in Farbe zu sehen!

 

In Landquart verlässt du die Autobahn und fährst in Richtung Davos durchs Prättigau. Rein gefühlsmässig wäre ich via Küblis gefahren. Mein Navi wollte es besser wissen und führte mich via Schiers und Buchen im Prättigau. Eine nette Tour, die allerdings besonders nach Buchen starke Nerven braucht: Die Strasse wird einspurig und es besteht jederzeit die Möglichkeit, dass ein Postauto entgegenkommt… Kurz vor Luzein ist die Strasse bis nach St. Antönien dann wieder zweispurig und wunderbar ausgebaut.

 

Ab St. Antönien sind mehrere Parkfelder ausgeschildert. Beim Parkplatz Nr. 6 darfst du dein Auto für CHF 6 den ganzen Tag stehen lassen. Weiter geht’s dann nur noch per pedes! Die braunen Holzhäuser des Dorfes Partnun kleben malerisch am Berg.

 

Partnunsee, St. Antönien, Graubünden, Schweiz

 

Der technisch einfache Wanderweg führt links daran vorbei, alles ist wunderbar ausgeschildert, aber es geht von Anfang an ziemlich bergauf.

 

Partnunsee, St. Antönien, Graubünden, Schweiz

 

Partnunsee, St. Antönien, Graubünden, Schweiz

 

Keine Stunde dauert der Aufstieg und du wirst belohnt mit Blick auf den idyllisch gelegenen See mit seinem kristallklaren Wasser zuhinterst im Partnuntal. Nach Oesterreich sind es nur zwei Kilometer Luftlinie. Und wer noch nicht genug hat, der kann auf dem Prättigauer Höhenweg bis nach Klosters wandern.

 

Partnunsee, St. Antönien, Graubünden, Schweiz

 

Auf dem Bergsee laden drei Ruderboote für wenig Geld zu einer Ausfahrt ein.

 

Partnunsee, St. Antönien, Graubünden, Schweiz

 

Den See hast du in einer Viertelstunde umrundet – bei mir dauert es einiges länger, ich muss viele Fotostopps einlegen. Was für ein wunderschönes Fleckchen Erde! Wie sagte schon mein Vater immer: «Die wirklich schönen Orte der Schweiz musst du dir hart erarbeiten!» Wo er Recht hat, hat er Recht!

 

Partnunsee, St. Antönien, Graubünden, Schweiz

 

Partnunsee, St. Antönien, Graubünden, Schweiz

 

Den Rückweg nach St. Antönien kannst du unter die Füsse nehmen… oder du wirfst CHF 5 in ein Kässeli und stehst aufs Trottinett!

 

Partnunsee, St. Antönien, Graubünden, Schweiz

 

Partnunsee, St. Antönien, Graubünden, Schweiz

 

Falls du in Shopping-Laune bist, lohnt sich auf dem Rückweg ins Unterland ein Stopp im Fashion Outlet Landquart (vielleicht nicht unbedingt am ersten Sonntag nach dem Lockdown, denn dann stehst du Schlange…).

 

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