Im Bann des idyllischen Bielersees und der St. Petersinsel (Schweiz)

Juhuuu, der Sommer ist da! Lange mussten wir dieses Jahr darauf warten! Wenn das Thermometer auf über 25 Grad steigt, lässt sich das nirgends besser aushalten als auf dem Wasser.

Wir fahren mit dem Zug nach Biel. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt sind wir am Hafen von Biel und besteigen das Kursschiff in Richtung Murten. Ich habe zwei klare Ziele an diesem Tag: Einmal ein tolles Foto vom «Chileli vo Ligerz» (kleine Kirche von Ligerz) und dann ein Besuch der St. Petersinsel mitten im Bielersee.

Bielersee, St. Petersinsel, Schweiz

Die Fahrt zur St. Petersinsel führt vorbei an beeindruckenden Rebbergen und den Orten Tüscherz, Engelberg, Twann und Ligerz.

Bielersee, St. Petersinsel, Ligerz, Schweiz

Die Kirche von Ligerz ist ein Wahrzeichen der Region. Sie liegt mitten in den Rebbergen, hoch über dem Dorf und dem See – der Anblick lässt nicht nur die Herzen von Heiratswilligen höher schlagen, sondern auch die von Instragramern!

Bielersee, St. Petersinsel, Ligerz, Schweiz
Bielersee, St. Petersinsel, Ligerz, Schweiz

Glücklich ist, wer für seine Hochzeit und sein Foto so einen perfekten Tag erwischt wie wir heute!

Nach 50 Minuten Fahrt erreichen wir St. Petersinsel Nord.

Bielersee, St. Petersinsel, Schweiz

Von der Anlegestelle ist man auf direktem Weg in rund fünf Minuten beim einzigen Restaurant auf der Insel, dem Klosterhotel St. Petersinsel. Wir machen einen kleinen Umweg und spazieren im Uhrzeigersinn in rund 40 Minuten einmal am die Inselspitze herum, bis wir zum Kloster stossen, wo einst der Genfer Schriftsteller Jean-Jacques Rousseau lebte. Aber auch Goethe und Kaiserin Josephine Bonaparte gehörten zu den Besuchern des Klosters.

Bielersee, St. Petersinsel, Schweiz

Obwohl noch nicht Mittagszeit ist, ist der wunderschöne Innenhof des Klosterhotels gut besucht.

Bielersee, St. Petersinsel, Schweiz

Wir setzen uns ins Selbstbedienungsrestaurant im Garten. Zum Essen ist es uns zu früh – aber Apéro geht immer, vor allem mit einheimischem Wein!

Bielersee, St. Petersinsel, Schweiz

Frisch gestärkt machen wir uns nun auf den Heideweg nach Erlach. Für die Strecke durch das Naturschutzgebiet mit Schilfbänken solltest du rund 1 ¼ Stunden einberechnen. Schatten ist Mangelware und die Nähe zum See leider auch. Der Weg führt auf einem Feldweg durch die Inselmitte, links und rechts bist du durch die Moor- und Auenlandschaft vom Wasser getrennt.

In Erlach angekommen gibt’s für uns leckeren regionalen Fisch in der Cabane du Pecheur. Bevor es mit dem Schiff zurück nach Biel geht, spazieren wir den kurzen, aber steilen Weg durch die malerische Altstadt hoch zum Schloss.

Bielersee, St. Petersinsel, Erlach, Schweiz

Es erwartet dich eine herrliche Aussicht auf die St. Petersinsel.

Bielersee, St. Petersinsel, Erlach, Schweiz

Wie sagte J.J. Rousseau so schön: «Schon mehrfach habe ich an bezaubernden Orten gewohnt, aber keinem verdanke ich so wahrhaft glückliche Stunden und keinem trauere ich so innig nach wie der Petersinsel im Bielersee.»

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Spektakuläre Ausblicke im Tal der Wasserfälle: Lauterbrunnen (Schweiz)

Wenn nicht jetzt, wann dann?? Es gibt viele wunderschöne Ecken in der Schweiz. Die berühmtesten davon habe ich als Kind während unserer Familienferien besucht, seither aber nie mehr. Hauptgrund dafür ist sicherlich der Massentourismus, der in den letzten 10-20 Jahren überall auf der Welt Einzug gehalten hat. Schon vor der Pandemie mochte ich es nicht, in grossen Gruppen rumzureisen.

Jetzt ist also der Moment gekommen, wo wir unser Land neu entdecken können, abseits der grossen Touristenmassen – alles hat seine Vor- und Nachteile! Ich bin auf der Autobahn in Richtung Freiburgerland unterwegs, als ich das fantastische Bergpanorama an diesem einmalig klaren Tag vor mir sehe. Spontan beschliesse ich, dass das Freiburgerland warten muss: Dies ist die Gelegenheit, das Berner Oberland und seine eindrückliche Bergwelt zu entdecken.

Früh morgens ist im beschaulichen Lauterbrunnen noch nicht viel los: Der Parkplatz ist halb leer und bei der Bäckerei findet man locker einen Platz auf der Terrasse, um sich mit einem Kaffee zu stärken. Das sah zu Pre-Pandemiezeiten sicher anders aus…

Lauterbrunnen, Berner Oberland, Schweiz, Staubbachfälle

Steil abfallende Felswände auf beiden Seiten prägen das Tal. Von weitem sehen wir den imposanten Staubbachfall, mit knapp 300 Metern Höhe stürzt der zweithöchste Wasserfall der Schweiz von der fast senkrechten Bergflanke.

Lauterbrunnen, Berner Oberland, Schweiz, Staubbachfall

Sollte dich der Anblick dieses Wasserfalls poetisch stimmen, wundere dich nicht: Bereits 1779 liess sich Goethe von diesem imposanten Anblick zum Gedicht «Gesang der Geister über den Wassern» inspirieren!

Der höchste Wasserfall der Schweiz ist übrigens mit 417 Metern der Mürrenbachfall, ebenfalls im Lauterbrunnental. Und der am meisten besuchte Wasserfall der Schweiz ist der Rheinfall.

Wir spazieren auf der vorwiegend geteerten Strasse parallel zur Lütschinen in Richtung Stechelberg.

Lauterbrunnen, Berner Oberland, Schweiz, Trümmelbachfälle
Lauterbrunnen, Berner Oberland, Schweiz, Trümmelbachfälle

Alle 72 Wasserfälle dieses Tales werden wir wohl nicht sehen. Unser Ziel sind nach rund 45 Minuten die Trümmelbachfälle (die man übrigens auch mit dem Auto erreichen kann). Die zehn Gletscherwasser-Fälle im Berginnern sind die einzigen in Europa, die unterirdisch zugänglich sind. Ein abenteuerlicher Lift bringt uns 100 Meter senkrecht in die Höhe. Es wird kühl und feucht, auch im Sommer lohnt es sich, eine Jacke mitzubringen. Treppen und Galerien führen dich weiter ins Innere des Berges und bieten spektakuläre Aussichten auf tosende Wasserfälle.

Lauterbrunnen, Berner Oberland, Schweiz, Trümmelbachfälle
Lauterbrunnen, Berner Oberland, Schweiz, Trümmelbachfälle
Lauterbrunnen, Berner Oberland, Schweiz, Trümmelbachfälle
Lauterbrunnen, Berner Oberland, Schweiz, Trümmelbachfälle

Der Trümmelbach entwässert allein die riesigen Gletscherwände von Eiger, Mönch und Jungfrau. Die durchs Wasser geformte Felsen haben mich an den (durch Sand geformten) Antelope Canyon in Arizona erinnert – und mich ehrlich gesagt genauso beeindruckt. Die Schweiz muss sich nicht verstecken – …denn sieh, das Gute ist so nah!

Lauterbrunnen, Berner Oberland, Schweiz, Trümmelbachfälle

Im Lauterbrunnental bist du mitten in der Jungfrau-Region, ein idealer Ausgangsort für Erkundungen im Berner Oberland.

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Eindrückliche Begegnung im Steinbock-Paradies Pontresina (Schweiz)

Kennst du die Fernseh-Werbung von Graubünden Tourismus: Gian und Giachen, die beiden Steinböcke, machen mit lustigen Sprüchen Werbung für ihre wunderschöne Heimat. Und nun habe ich die eindrücklichsten Tiere der Schweizer Bergwelt, die Verwandten von Gian und Giachen, endlich in ihrer natürlichen Umgebung erlebt.

Steinböcke, Pontresina, Engadin, Graubünden, Schweiz

Wenn du mein Profil auf dem Blog liest, dann erfährst du, dass ich «mit Haifischen, Walhaien und Rochen geschwommen bin, Schildkröten beim Eierlegen beobachtet habe, vor Krokodilen geflüchtet bin, mit Geparden und Löwen spazieren gegangen, über riesige Spinnen gestolpert und Schlangen ausgewichen bin“. Ich habe auch schon Kängurus, Koalas und Geckos vor der Linse gehabt – aber noch nie zuvor hatte ich einen Steinbock live und in Farbe gesehen! Jetzt hat es geklappt!

Auf dem Piz Albris (3‘166 müM) bei Pontresina im Engadin leben rund 1‘800 Steinböcke, eine der grössten Kolonien der Alpen. Aber so weit in die Höhe brauchst du gar nicht zu gehen: Jedes Jahr zwischen April und Juni, wenn der Schnee noch bis zur Baumgrenze liegt, kommen die Bündner Wappentiere bis an den Dorfrand von Pontresina, um dort die frischen Grashalme zu fressen. Letztes Jahr hatte ich den Zeitpunkt knapp verpasst, dieses Jahr hatte ich ihn von langer Hand geplant und sogar Wetterglück gehabt – naja, fast…

Mitten im Dorf führt ein Weg zur Tal-Station der Sesselbahn Alp Languard. Dort startet auch die berühmte Steinbock-Promenade. Der Weg ist gut ausgeschildert, du kannst ihn nicht verpassen.

Steinböcke, Pontresina, Engadin, Graubünden, Schweiz

Ende Mai ist in Pontresina Zwischensaison. Das Dorf ist wie ausgestorben, sämtliche Bahnen in der Umgebung sind geschlossen, auch der Sessellift zur Alp Languard. Und genau das ist unser Vorteil: Die Könige der Alpen mögen den Trubel nicht, sobald der Sessellift wieder läuft (dieses Jahr am 5. Juni) werden sie nur noch sehr selten so nahe am Dorf gesehen.

Im Tourismusbüro erfahren wir, dass die Steinböcke normalerweise erst am Nachmittag zwischen 16 und 17 Uhr auftauchen. Du brauchst also nicht extra früh aufzustehen… 😉 Wir vertreiben uns die Zeit mit einer Wanderung nach St. Moritz via den Lej da Staz (Stazersee). Bereits nach einer halben Stunde gemütlichen Spazierens durch den Arvenwald erreichen wir den See. Innerhalb eines halben Jahres bin ich jetzt schon zum dritten Mal hier (nachdem ich vorher sicherlich 25 Jahre nie mehr im Engadin gewesen war…) – ein wunderschöner Ort!

Es ist ruhig am Lej da Staz, einzig einige Biker sind unterwegs.

Lej da Staz, Stazersee, Engadin, Graubünden, Schweiz

Nach einer kurzen Stärkung im Imbissstand (das Restaurant hat zu dem Zeitpunkt leider noch geschlossen) spazieren wir weiter nach St. Moritz. Von dort nehmen wir den Zug zurück nach Pontresina. Wir sind noch zu früh, es ist erst gegen 15 Uhr, trotzdem wollen wir schon mal ein Auge auf die Steinbock-Promenade werfen. Vielleicht haben die Tiere ja heute früher Hunger??

Vor zwei Wochen hatte ich ein Video erhalten, wo sich ca. 10 Steinböcke auf dem Friedhof bei der Santa Maria Kirche tummelten. Im Tourismusbüro erfahren wir, dass an besagtem Tag über 40 Steinböcke unterwegs gewesen waren! Wir beschliessen, genau dort zu starten. Doch wir sehen keinen einzigen Steinbock – wäre ja auch zu schön gewesen…

Allerdings… direkt über dem Friedhof, stehen ganz viele Menschen! Das kann nur heissen, dass dort auch die Steinböcke sind. Tatsächlich: Eine Gruppe von rund 10 Steinböcken schlägt sich die Bäuche voll und lässt sich durch die Zuschauer kein bisschen irritieren. Ich bin fasziniert – und super glücklich, dass ich das erleben darf.

Steinböcke, Pontresina, Engadin, Graubünden, Schweiz
Steinböcke, Pontresina, Engadin, Graubünden, Schweiz

Grosses Kompliment an die Touristen: Alle stehen ganz ruhig da, beobachten und fotografieren die Tiere, geben ihnen aber auch genug Raum und kommen ihnen nicht zu nahe. Damit das auch eingehalten wird und die Tiere in Ruhe gelassen werden, sind Steinbock-Ranger im Einsatz. Auch wenn die Steinböcke in Pontresina an Menschen gewöhnt sind, bleiben sie Wildtiere.

Egal, wo ich hinschauen, überall sind plötzlich Steinböcke, am Fels, unterhalb der Sesselbahnstation, in der Wiese – phänomenal!

Steinböcke, Pontresina, Engadin, Graubünden, Schweiz
Steinböcke, Pontresina, Engadin, Graubünden, Schweiz

Wir beobachten ein Rudel von 21 Tieren, das friedlich am Grasen ist. Und dann kommt action auf: Erst kämpfen zwei grosse Männchen miteinander und lassen die Hörner laut auf das Gegenüber krachen. Kurz darauf beschliesst die Gruppe, einen Graben zu überqueren; einer nach dem anderen springt elegant drüber. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich jetzt durch die Linse gucken und alles fotografisch festhalten oder ob ich einfach zuschauen und den Anblick geniessen soll…!

Steinböcke, Pontresina, Engadin, Graubünden, Schweiz
Steinböcke, Pontresina, Engadin, Graubünden, Schweiz
Steinböcke, Pontresina, Engadin, Graubünden, Schweiz

Ueber eine Stunde schauen wir dem Naturspektakel zu. Dann wird das Wetter schlechter, es fängt an zu regnen. Die Steinböcke lassen sich vom Wetterumschwung nicht beeindrucken, im Gegenteil: Steinböcke mögen keine Hitze. Die Chance, sie beobachten zu können, steht bei bedecktem, kühlen Wetter besser.

Steinböcke, Pontresina, Engadin, Graubünden, Schweiz
Steinböcke, Pontresina, Engadin, Graubünden, Schweiz

Bei diesem Anblick kann man sich kaum vorstellen, dass zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Steinbock in der Schweiz ausgerottet war, u.a. weil der Mensch an die wundersame Heilwirkung von Steinbockpräparaten glaubte… 1906 kam bei den Schweizern der Wunsch auf, den Steinbock wieder anzusiedeln. Sie baten den italienischen König um ein paar Exemplare, stiessen aber auf taube Ohren. Da entschieden sich die frechen Eidgenossen, drei Jungtiere aus dem Aostatal zu klauen und in die Schweiz zu schmuggeln. Die Aktion glückte – der König der Alpen war zurück, alle heute bei uns lebenden Steinböcke stammen von diesen Tieren ab.

Steinböcke, Pontresina, Engadin, Graubünden, Schweiz

Uebrigens, zur Wiedergutmachung des Steinbock-Diebstahls schenkte die Schweiz Italien genau 100 Jahre nach dem Raub 40 Steinböcke!

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Eine Genusstour durch die Weinterrassen von Lavaux: Von Cully nach Vevey

Schon lange stand das auf meiner Liste: Eine Wanderung durch die Weinterrassen von Lavaux, notabene seit 2007 ein UNESCO-Weltkulturerbe! Diese Genusstour ist nicht nur für den Gaumen, sondern auch für die Augen! Der einzigartige Weinberg wurde bereits im 12. Jahrhundert angelegt und ist mit mehr als 800 Hektaren das grösste zusammenhängende Weinbaugebiet der Schweiz. Perfekt wäre die Wanderung im Herbst, wenn die Trauben reif und die Blätter bunt sind. Aber auch im Frühling kommt die Schönheit der Landschaft wunderbar zur Geltung.

Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist Cully, Hauptort des Districts Lavaux-Oron im Kanton Waadt, direkt am Genfersee gelegen.

Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt, Cully

Direkt hinter unserem Hotel führen steile Treppen zu den Weinterrassen hoch. Auf geteertem Weg wandern wir mitten durch den Wein, mit Ausblick auf Genfersee und die Schneeberge.

Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt

Auf und ab führt der gut ausgeschilderte Weg, die Landschaft hat so viel zu bieten, wir merken gar nicht die Kilometer, die wir zurücklegen.

Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt

Und plötzlich werden wir überholt – vom Lavaux-Express! Wer also nicht so gut zu Fuss ist, muss nicht auf die Weinterrassen verzichten, sondern kann diese vom Lavaux-Express aus geniessen.

Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt
Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt

Erste Pause legen wir in Rivaz ein. Das malerische Winzerdorf hatte ich erst mit Saint-Saphorin verwechselt. Aber so weit sind wir ja noch gar nicht! In Rivaz kannst du übrigens auch das Vinorama besuchen.

Auf einer Bank mit traumhafter Aussicht über den Genfersee und die Weinterrassen packen wir unser Picknick aus.

Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt, Rivaz
Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt, Rivaz

Gratis-Tipp: Bevor wir losgewandert sind, haben wir beim Weingut Domaine Croix Duplex einen Apero-Kit für CHF 30 gekauft. Diesen kannst du online vorbestellen. Der Apéro-Kit beinhaltet Wein (logisch!), Käse, Wurst und Blätterteigflûtes – alles super lecker!

Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt, Rivaz

Sollte dir der Apero-Kit nicht genug sein, findest du (auch zu Lockdown-Zeiten) direkt im Weingebiet immer mal wieder ein kleines Rebhäuschen, wo Wein verkauft wird. Hier bist du definitiv an der (Wein-)Quelle. 😊

Die schönste Aussicht hast du – meiner Meinung nach – zwischen den Dörfern Rivaz und Saint-Saphorin:

Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt, Rivaz

Schönster Ort dieser Tour ist definitiv das mittelalterliche Saint-Saphorin. Nur 20 Minuten von Rivaz entfernt verzaubern dich enge Gassen und alte Winzerhäuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert.

Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt, Saint-Saphorin
Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt, Saint-Saphorin
Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt, Saint-Saphorin

Von hier ist es nicht mehr weiter bis nach Vevey, immer noch hoch über dem Genfersee.

Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt, Vevey

Wir fahren ab Vevey mit dem Zug zurück nach Cully, wo wir eine wohl verdiente Pause am See geniessen.

Lavaux, Genfersee, Weinberge, Waadt

Ich komme wieder, dann aber im Herbst, wenn die (Wein-)Welt bunt ist!

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Genussvolle Rebwanderung von Sierre nach Salgesch (Wallis, Schweiz)

Letztes Wochenende waren im Wallis die Tage der offenen Weinkeller. 245 Weinkeller öffnen zwischen Vionnaz (französischer Teil) und Brig (deutscher Teil) ihre Türen. Grund genug, eine Wanderung von rund sechs Kilometer Länge, quer durch die Rebberge, von Sierre nach Salgesch zu unternehmen.

Sierre, Siders, Salgesch, Wallis, Schweiz, Rebwanderung

Wir fahren mit dem Zug nach Sierre/Siders. Kaum ausgestiegen, kommen wir nicht sehr weit: Fünf Minuten vom Bahnhof entfernt liegt nämlich das Musée du Vin! Da kann man natürlich nicht einfach vorbeispazieren, ohne Wein probiert zu haben! Für mich gibt es ein Glas Heida, eine Weissweinsorte, die ich zuvor noch nicht gekannt hatte, die mir aber sehr gut schmeckt!

Sierre, Siders, Salgesch, Wallis, Schweiz, Rebwanderung

Der Weg führt durchs Dorf und weiter durch die Reben, immer mit Blick auf die eindrückliche Walliser Bergwelt.

Sierre, Siders, Salgesch, Wallis, Schweiz, Rebwanderung

In Veyran, oberhalb von Sierre wandern wir auf den Spuren von Rainer Maria Rilke, dem österreichischen Lyriker. Hier hatte er von 1921 bis zum seinem Tode 1926 im Chateau de Muzot gewohnt und in Raron seine letzte Ruhestätte gefunden.

Sierre, Siders, Salgesch, Wallis, Schweiz, Rebwanderung

Nach einem weiteren Stück durch den Weinberg erreichen wir unseren Picknick-Platz in Miège (mit WC-Häuschen!). Eine erste Pause ist nötig.

Sierre, Siders, Salgesch, Wallis, Schweiz, Rebwanderung

Die Wanderung führt anfangs auf geteerten Strassen, später über Feldwege, durchs Rhonetal.

Sierre, Siders, Salgesch, Wallis, Schweiz, Rebwanderung
Sierre, Siders, Salgesch, Wallis, Schweiz, Rebwanderung

Schon von weitem sehen wir die Pyramiden der Raspille. Ein Kalkfelsen, geformt von Wind und Wetter.

Sie ist nicht ganz so eindrücklich wie die Pyramiden von Euseigne, aber: Hier steht nicht nur eine Pyramide, hier gibt es auch die Raspille Schlucht – diese trennt das deutschsprachige Oberwallis vom französischsprachigen Unterwallis, sozusagen ein Teil unseres Röschtigrabens!

Sierre, Siders, Salgesch, Wallis, Schweiz, Rebwanderung

Dem geraden Verlauf der Suone folgend, geht’s für uns bergaufwärts, das letzte kurze Stück ist ziemlich steil. Doch dann ist es auch schon geschafft und wir haben eine wunderbare Aussicht auf unseren Zielort Salgesch.

Sierre, Siders, Salgesch, Wallis, Schweiz, Rebwanderung

Salgesch ist der perfekte Zielort für eine Rebwanderung: Ueber 20 Weinkellereien sind hier beheimatet und lassen dich – nicht nur an den Tagen der offenen Weinkeller – degustieren. Wir haben diese Degustation redlich verdient und lassen es uns im (riesigen) Weinkeller Fernand Cina gut gehen. Der eindrückliche Degustationsraum, dessen dekorative Gebäudehülle von blattlosen Rebzweigen inspiriert ist, ist schon von weitem gut sichtbar.

Sierre, Siders, Salgesch, Wallis, Schweiz, Rebwanderung
Sierre, Siders, Salgesch, Wallis, Schweiz, Rebwanderung

Wir probieren uns einmal quer durch die Karte. Lecker! 😊

Bevors zum Bahnhof von Salgesch geht, kehren wir noch im Weinkeller von Adrian und Diego Mathier ein. Man möchte ja vergleichen können…

Entlang dem Rebwanderweg findest du immer mal wieder aufschlussreiche Informationstafeln, wo du vieles über Weine sowie das Leben und Arbeiten im Weinberg erfährst. Hast du gewusst, dass das Wallis der grösste Weinbaukanton der Schweiz ist? 39 % aller Schweizer Weine werden im Wallis produziert.

Unsere reine Laufzeit beträgt knapp zwei Stunden, wovon wir 104 Höhenmeter bewältigt haben – sagt die App! Die Wanderung kannst du selbstverständlich jederzeit unter die Füsse nehmen, nicht nur während der Tage der offenen Weinkeller!

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Erdmannlistein in Wohlen: Stonehenge der Schweiz

Während täglich tausende von Besuchern zum Steinkreis von Stonehenge in Südengland pilgern, wissen viele gar nicht, dass wir auch in der Schweiz unseren Stonehenge haben!

Mein erster Versuch, einen Steinkreis in der Schweiz zu finden, war zugegebenermassen etwas enttäuschend: Ich hatte in einem Artikel vom Steinkreis im Säuliamt gelesen. Es hörte sich grossartig an, den wollte ich sehen. Voller Begeisterung fuhren wir in Richtung Affoltern am Albis. Trotz relativ guter Wegbeschreibung brauchten wir mehrere Anläufe und umkreisten (gefühlt) 3x den Albis, bis wir beim Hedinger Weiher einen guten Parkplatz fanden. Von dort führt ein rund 30minütiger Spazierweg zur Grillstelle Dachs. Danach geht es knapp 15 Minuten weiter in Richtung Bislikerhau. Mitten im Wald, ein paar Meter weg vom Wanderweg stehen sie dann, die neun Steine, die einen Steinkreis bilden. Was soll ich sagen? Es waren halt neun nicht allzu grosse Steine – nicht mehr und nicht weniger…

Das Positive an diesem Ausflug: Wir haben mit der Grillstelle Dachs einen tollen Picknick-Platz gefunden und mit dem Hedinger Weiher ein lauschiges Plätzchen entdeckt, wo man unbedingt mal im Sommer hinkommen sollte (Insider Tipp: Mückenschutzmittel nicht vergessen!).

Ich hatte schnell wieder vergessen, dass ich den Stonehenge der Schweiz gesucht hatte – bis ich den Freiämter Sagenweg erkundete. Wir starteten in Waltenschwil (ja, genau: Da wo die weltbesten, aber politisch nicht korrekten Mohrenköpfe hergestellt werden!). Vom Parkplatz Grintenstrasse führt ein Spazierweg am Tierpark vorbei zum Waldrand. Hier schufen auf einem rund ein Kilometer langen Weg 12 Künstler Skulpturen zu je einer Freiämter Sage.

Der mystische Wald ist die perfekte Kulisse für die geheimnisvollen Geschichten. Empfangen wirst du vom vier Meter hohen brennendem Mann.

Du erfährst, wie die Waltenschwiler Hexe fliegen kann und wie Hexen Wanderer auf Irrpfade lockten. Spannend wird’s, wenn mitten im Wald eine Kegelbahn steht:

Am besten gefallen hat mir der Zwerg von Muri, ein emsiges Heinzelmännchen, dass die Sennen jeweils früh morgens unterstützte.

Am Ende (oder Anfang) des Sagenweges steht der Tanzplatz von Zufikon. Hier tanzten die lustigen Reussjungfern mit den gänsefüssigen Waldmännchen.

Wenn du übrigens die Freiämter Sagenweg App runtergeladen hast, kannst du dir damit jede Sage gleich mitten im Wald vorlesen lassen.

Der Sagenweg ist Teil des Freiämterwegs, dem wir nun bis zum Chohlmoos folgen; ein zauberhafter Teich, bevölkert von vier Gänse-Paaren und Enten. Ein wunderbares Plätzchen, um das Picknick auszupacken.

Nur wenige Gehminuten vom Chohlmoos entfernt stossen wir dann auf den Stonehenge der Schweiz: Den Erdmannlistein!

Beim Stonehenge in England gibt es mittlerweile einen riesigen Besucherparkplatz. Sowas findest du beim Erdmannlistein nicht, hier musst du mit eigener Muskelkraft hin spazieren. Aber hey, der Schweizer Stonehenge hat dafür eine eigene Bahn-Haltestelle!

Der Sage nach soll hier der Eingang zu einer Höhle gewesen sein. Dort lebten die zutraulichen Erdmännchen. Für die von ihnen aufgeführten Tänze und Sprünge erhielten sie von den Menschen zur Belohnung Gemüse. Doch dann kamen zwei junge Burschen und warfen Steine in die Höhle. Seither sind die Erdmännchen für immer verschwunden. Auch wenn man 7x mit angehaltenem Atem um den Erdamannlistein rennt (so erzählt man den Kindern…), kommen sie nicht wieder hervor.

Der Erdmannlistein soll auch ein Chindlistein sein, also ein Ort, wo Kinder herkommen bzw. mit dem ein Fruchtbarkeitskult verbunden wird.

Wir waren im Februar auf dem Sagenweg unterwegs. Aber der Wald zwischen Wohlen und Bremgarten ist ganzjährig ein wunderbares Ziel zum Spazieren und Geschichten entdecken.

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Estavayer-le-lac (Schweiz): Wo Häuser bestickt sind und Charlie Chaplin dir aus dem Fenster zuzwinkert

Nun sind wir also schon so weit, dass ich Reisetipps im Prospekt vom schwedischen Möbelhaus finde – selbst die haben Mitleid mit uns armen Fernwehkranken! Aber: Der Tipp hat sich gelohnt und ich gebe ihn dir gerne weiter!

Estavayer-le-lac eignet sich wunderbar für einen Tagesausflug, vom Mittelland aus ist man mit dem Auto in gut 1 ½ Stunden im mittelalterlichen Städtchen am Neuenburgersee – und fühlt sich dort gleich wie in den Ferien.

Die Altstadt mit dem alles überragenden Schloss Chenaux lädt ein zu einem Bummel durch die engen Gassen. Beim Schloss befindet sich nicht nur das Standesamt (ja, es wurde grad geheiratet), sondern auch der wie ich finde schönste Polizeiposten der Schweiz.

Aktuell lohnt sich ein Trip nach Estavayer-le-lac, um Street Art zu entdecken – so ist das heutzutage: Wenn du nicht nach London kannst, fährst du halt in den Kanton Fribourg! Du kannst dazu entweder der ArtiChoke Urban Art Route folgen oder du läufst einfach mal drauf los durch die kleinen, verwinkelten Strassen der Altstadt. Ich versuchte Ersteres, war aber schon bald so verwirrt, dass ich mich schlussendlich treiben liess.

Stehst du auf dem Platz bei der Post, brauchst du dich nur einmal im Kreis zu drehen und gleich drei Kunstwerke springen dich an:

Selbst der Crêpe-Wagen wurde aufgehübscht!

Fast nicht gesehen hätte ich, dass Charlie Chaplin mir zuzwinkerte… Dabei muss man einfach nur mal den Kopf in den Nacken legen!

Ich habe nicht mitgezählt, ob ich alle 15 Kunstwerke von nationalen und internationalen Künstlern gefunden habe, aber den grössten Teil davon habe ich sicherlich gesehen.

Gratis-Tipp von mir: Wenn du der ArtiChoke Urben Art Route folgen und keines der 15 Werke verpassen möchtest, solltest du dir den dazugehörigen Plan vorher im Internet runterladen und ausdrucken. Der Smartphone-Bildschirm ist dafür fast ein bisschen zu klein – und das Tourismusbüro ist am Samstag geschlossen, da darfst du also nichts erwarten (was mal wieder für die Touristenfreundlichkeit der Schweiz spricht…)!

In rund zehn Minuten spazierst du von der Altstadt an den Neuenburgersee, übrigens der grösste See, der komplett in der Schweiz liegt! Hier findest du nicht nur ein Paradies für Surfer, sondern du stehst auch mitten im Naturschutzgebiet Grand Cariçaie, welches sich über das ganze Südufer des Sees hinwegzieht. Ein kurzer Spaziergang dem See entlang führt zum Wassersportzentrum und Campingplatz. Jetzt im Frühling ist alles noch ruhig und beschaulich, aber im Sommer steppt hier der Bär!

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Wilder Jura: Auf den Spuren der Schweizer Fernsehserie

Die zweite und dritte Staffel der Krimi-Serie Wilder spielt im Jura, einem der am meisten unterschätzten Kantone der Schweiz! Auch mir ist diese Ecke meines Heimatlandes gänzlich unbekannt, das soll sich nun ändern.

Wenn du der A18 von West nach Ost folgst, durchquerst du den Jura und kommst gleichzeitig an den wichtigsten Drehorten der Serie Wilder vorbei. Ich starte am Zipfel der Schweiz, an der Grenze zu Frankreich. Hier am beschaulichen Fluss Doubs befindet sich der Ort Biaufond, wo in der zweiten Staffel die Pizzeria der kosovarischen Familie Kabashi stand. Viel zu sehen gibt es nicht, hier ist definitiv der abenteuerliche Weg das Ziel: Eine schmale, einspurige Strasse – typisch für den Jura – führt ab Les Bois erst durch eine liebliche Hügellandschaft und dann steil hinunter bis Biaufond. Ich hoffe die ganze Zeit, dass mir kein Auto entgegenkommt, ausweichen ist kaum möglich. Obwohl es ein strahlend schöner Tag ist und die Sonne scheint, ist es ein Leichtes, sich vorzustellen, wie sich in dieser Landschaft Verbrechen abspielen. Der Wald mutet mystisch an, ich bin mutterseelenallein, begegne keiner Menschenseele.

Zurück in der Zivilisation erreiche ich nach rund einer Viertelstunde Fahrt Saignélegier. Am Ortsausgang befindet sich das Naturschutzgebiet Etang de la Gruère, direkt an der Strasse zwischen Saignélegier (JU) und Tavannes (BE) gelegen. «étang» ist Französisch und heisst Teich. Ob das Gewässer nun ein Teich oder See ist, sei mal dahingestellt. Fakt ist, die 56 Hektar Hochmoor sind ein wunderbarer Flecken Erde und auch ein Kraftort! Was lange einer der Geheimtipps der Schweiz war, wird langsam auch von Nicht-Jurassiern entdeckt. Es kann durchaus sein, dass an einem schönen, sonnigen Tag sämtliche Parkplätze belegt sind. Nichtsdestotrotz geniesse ich den Frieden und die Stille während dem gut halbstündigen Spaziergang über Wurzelwege und Holzstege um den grössten Moorsee der Schweiz. Noch ist es kalt, und der See teilweise noch gefroren – erst vor kurzer Zeit ist der Winter dem Frühling gewichen. Trotzdem sind bereits viele der kleinen Holzstege besetzt von Besuchern, die Pause machen, ein Cüpli (Sekt) trinken oder bereits am Picknicken sind.

Gleich neben dem Moorsee wohnte übrigens auch die Polizistin Susann Walter in einem Weiler, eine spannende Figur aus der zweiten Staffel Wilder!

Nicht weit entfernt vom Etang de la Gruère befindet sich der Etang du Plain de Saigne – und das ist ein echter Geheimtipp! Hätte ich nicht Wilder gesehen, hätte ich nie von diesem Juwel erfahren: Hier war es, wo Bundeskriminalpolizist Kägi seinen silbrigen Camper aufstellte und den Feierabend genoss.

Vier Holztische rund um den Teich verteilt bieten sich für ein Picknick regelrecht an. Diesen wunderschönen Flecken Schweiz findest du, wenn du in Montfaucan in Richtung Delsberg fahrend rechts abbiegst. Entweder du lässt dein Auto beim Bahnhof von Pré Petitjean stehen und gehst rund 30 Minuten zu Fuss oder du fährst mit dem Auto auf der schmalen, einspurigen Strasse direkt bis zum Teich. Einen offiziellen Parkplatz gibt es nicht, aber immer mal wieder breitere Stellen am Strassenrand.

Für mich geht es weiter – immer noch auf der A18 – nach Saint-Brais. Schon von weitem sieht man die dramatischen Felsen, die auch bei Wilder keine unwesentliche Rolle gespielt haben. U.a. hat die bereits genannte Polizistin hier ihre Tochter verloren.

Sehr gespannt bin ich auf den fiktiven Ort Thallingen, der in Tat und Wahrheit Undervelier heisst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich ohne Wilder jemals hierher verirrt hätte. Und doch hätte ich einiges verpasst. Kurz vor Ortseingang befindet sich auf der rechten Strassenseite die Grotte von Sainte-Colombe, die seit dem 13. Jahrhundert ein Wallfahrtsort ist. In Wilder dient sie als Friedhofskulisse.

Undervelier selber ist ein verschlafener Ort, der in den 60er Jahren stehengeblieben zu sein scheint. Direkt an der Hauptstrasse befindet sich das ehemalige Gebäude der Raiffeisenbank, welches bei Wilder den Polizeiposten darstellte. Beim kleinen Kreisel, der gleichzeitig Mittelpunkt des Dorfes ist, steht das ehemalige Hôtel des Galeries du Pichoux, in der Serie das Restaurant Adler.

Undervelier befindet sich am Anfang der Pichoux Schlucht. Eine schmale Strasse inmitten von senkrecht in den Himmel ragenden Felswänden führt bis zum Lac Vert.

Danke, Wilder, dass du mir die mystische Schönheit des Kantons Jura näher gebracht hast! Die vierte Staffel soll Rosa Wilder, Manfred Kägi und Co. übrigens – wie schon in der ersten Staffel – zurück ins Glarnerland führen. Wir sind gespannt!

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Singapur – auf der Jagd nach farbenfrohen Fotomotiven

Wenn man schon öfters in Singapur war, ist es gar nicht so einfach, in dem kleinen Land immer wieder etwas Neues zu finden, was man noch nicht gesehen hat. Aber ich schaffte es auch dieses Mal!

 

Auftakt machte die Old Hill Street Police Station. Ich hatte das Bild auf Instagram gesehen und wollte die 927 farbigen Fenster unbedingt auch selber fotografieren. Ich finde, das hat sich gelohnt:

 

Singapur, Insta Hot Spot, Old Hill Street Police Station

 

Gleich daneben befindet sich übrigens die Hill Street Fire Station – wie ich finde, auch ein schönes Fotomotiv:

 

Singapur, Insta Hot Spot, Old Hill Street Fire Station

 

Nur ein kurzer Fussweg davon entfernt bist du am Clarke Quay, normalerweise sind hier die Shops und Restaurant voll mit Touristen. Jetzt, zu Corona Virus Zeiten, war alles leer. 30 bis 40 % von Singapurs Besuchern sind Chinesen, die jetzt alle wegbleiben.

 

Mit dem Bus fahren wir zum Bugis Street Market. Auch hier das gleiche Bild: Wo man sich normalerweise Schulter an Schulter mit anderen Touristen über den Markt quälen muss, können wir jetzt ganz gemütlich schlendern. Mir gefällt der Markt. Hier gibt es alles, was man braucht – und nicht braucht…

 

Singapur, Insta Hot Spot, Bugis Street Market

 

Besonders angetan hat es mir die farbenfrohe Haji Lane, eine kleine, versteckte Strasse, die gemäss meiner einheimischen Begleitung eigentlich nur für Touristen und Expats gemacht ist. Hier gibt es Restaurants aus allen Herrenländern sowie kleine Shops und Boutiquen. Hattest du schon immer mal massgeschneiderte Flip Flops haben wollen? Dann ab in die Haji Lane… 😉

 

Singapur, Insta Hot Spot, Haji Lane, Kampong Glam

 

Singapur, Insta Hot Spot, Haji Lane, Kampong Glam

 

Die Haji Lane gehört zum arabischen Viertel Kampong Glam (nicht zu übersehen durch die grosse Moschee). Auch hier unbedingt durch die farbenfrohen Strassen schlendern, da gibt es einiges zu entdecken. Und wenn du unbedingt türkisch oder libanesisch essen möchtest, wirst du in dieser Ecke ganz sicher fündig!

 

Singapur, Insta Hot Spot, Kampong Glam

 

Singapur, Insta Hot Spot, Kampong Glam

 

Höhepunkt des diesjährigen Singapur Aufenthaltes war ein Besuch in Gardens by the bay. Eigentlich kaum vorstellbar, dass ich schon so oft in Singapur war, aber noch nie Gardens by the bay besucht hatte! Für den Park brauchst du keinen Eintritt zu bezahlen, wenn du in den Flower Dome und Cloud Forest möchtest, kostet das $ 28. Auch wenn du – wie ich – kein grosser Pflanzen-Fan bist, kann ich dir diese eindrücklichen Hallen sehr empfehlen. Achtung, beide Anlagen sind empfindlich runtergekühlt, unbedingt Jacke oder Pullover mitnehmen! Ich war insbesondere begeistert vom Wasserfall im Cloud Forest. Wir waren tagsüber dort. Der berühmte OCBC Skywalk war leider aus Sicherheitsgründen wegen Regenwetter geschlossen. Kommt auf die Liste für den nächsten Singapur Besuch – und dann bei Dämmerung, wenn die ganzen Lichter leuchten!

 

Singapur, Insta Hot Spot, Gardens by the bay, Flower Dome

 

Singapur, Insta Hot Spot, Gardens by the bay, Flower Dome

 

Singapur, Insta Hot Spot, Gardens by the bay, Cloud Forest

 

Ich hatte dir bereits in meinem früheren post zu Singapur einige Bar-Empfehlungen gegeben. Auch dieses Mal habe ich wieder eine tolle Bar besucht – natürlich mit Aussicht: Ce La Vi, die Bar im Tower 2 des Marina Bay Sands Hotels. Der Eintritt kostet $ 23, aber für dieses Geld bekommst du in der Bar einen Drink. Bei Regenwetter unbedingt schauen, dass du im Inneren sitzt oder ansonsten zumindest unter einem Sonnenschirm – sonst wird’s nass…

 

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Australiens Südwesten: Insider Tipps für Weinliebhaber

Ich mag ja immer gerne mal lokalen Wein probieren, wenn ich unterwegs bin. Während ich noch vor 30 Jahren den australischen Wein überhaupt nicht mochte (nur den neuseeländischen), bin ich heute auf den Geschmack gekommen! Für Australien habe ich von einem australischen Freund Tipps erhalten, die ich dir hier gerne weitergeben möchte.

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Die bekannteste Weinregion im Südwesten ist sicherlich Margaret River, da wo Weinberge aufs Meer treffen. Nur drei Autostunden südlich von Perth entfernt verwöhnen Weingüter, Brauereien, Käsereien und Manufakturen Besucher mit frischen, regionalen Produkten. Weitere ausgezeichnete Weinregionen, die im Südwesten zum Schlemmen einladen sind Geographe, Pemberton, Manjimup, Blackwood Valley und Great Southern.

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In Margaret River ist die Auswahl aussergewöhnlich, hier die Favoriten:

Leeuwin Estate und Voyager Estate sind ein absolutes Muss, diese beiden solltest du nicht verpassen.

Lieblingspotential hat das Cape Mentelle – klein, aber die Weine sind großartig.

Das Mittagessen im Lamont’s ist sehr lecker, ebenfalls gute Weine.

Moss Wood ist eine der etabliertesten Weinkellereien mit ausgezeichneten Weinen (Termin muss vereinbart werden).

Vasse Felix (ältestes Weingut in Margaret River) und Cullen Wines sind ein Besuch wert.

Ein weiteres Muss ist Wills Domain: Weingut und Restaurant sind auf dem Hügel, perfekt für ein wunderbares, entspannendes Mittagessen.

Das einzige Weingut mit Meerblick: Wise Wines, besonders zum Mittagessen empfohlen.

In Pemberton solltest du Salitage Wines (großartiger Pinot Noir) und Smithbrook Wines (hier muss ein Termin vereinbart werden) besuchen.

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Ich persönlich besuche in Pemberton die Mount Ford organic winery. Mir ist vor allem wichtig, dass hier keine grossen Tourbusse Halt machen. Die Wahl ist perfekt, wir sind die einzigen Besucher. Wir probieren einen Weisswein, einen sparkling wine und drei Rotweine (Pinot Noir, Cabernet Franc und Merlot). Cabernet Franc und Merlot schmecken mir am besten und ich kauf mir gleich drei Flaschen – wir sind ja noch ein paar Tage unterwegs…

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In der Franklin River Region wird empfohlen, das Frankland Estate zu besuchen.

In Denmark wird Howard Park Wines und West Cape Howe Wines empfohlen.

Wir haben eher zufällig den Scottsdale Tourist Drive (Road 255) in Denmark entdeckt. Die Strasse führt weg vom Highway, entlang an zahlreichen Wineries. Auf gut Glück stoppen wir beim Estate 807. Wunderschön auf einem Hügel gelegen, kann man hier nicht nur Wein probieren, sondern auch gleich in einem Restaurant mit Aussicht essen. Das möchten wir uns nicht entgehen lassen und bestellen eine Käseplatte. Für den entsprechenden Wein dazu dürfen wir erst ein wine tasting machen, bevor wir uns entscheiden. Grad eben war es noch ganz ruhig und wir sitzen alleine da, keine Stunde später ist der Laden voll, alle Parkplätze und Tische sind belegt. Da haben wir wohl einen Geheimtipp entdeckt!

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Im Swan Valley schlägt mein australischer Freund vor, Sandalford Wines, Lamont’s Swan Valley oder Sittella Winery zu besuchen. Letzteres ist wegen der schönen Atmosphäre besonders zum Mittagessen an einem warmen Oktobertag geeignet. Auch das Black Swan Winery & Restaurant ist einen Besuch wert.

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