Autor: lighthouselizzy

Über lighthouselizzy

"The world is a book, those who do not travel read only the first page." Traveling is my passion - I would like to share some pages of my personal book with you.

Café Hopping in Winterthur (Schweiz)

Was an einem strahlend schönen Herbsttag ging, geht natürlich auch jetzt, im Winter: Café Hopping in Winterthur! In Zürich und Luzern hatten wir das bereits schon mal gemacht, nun sollte also die zweitgrösste Stadt im Kanton Zürich (und notabene die sechstgrösste Stadt der Schweiz!) an der Reihe sein.

 

 Wir starteten gleich hinter dem Bahnhof beim Einkaufszentrum Neuwiesen im Gottlieber. Es war der perfekte Auftakt: Auf chilligen Lounge-Möbeln genossen wir Kaffee und die berühmten Gottlieber Hüppen im Sonnenschein. Bei der grossen Anzahl von Hüppen waren wir regelrecht überfordert, die äusserst freundliche Bedienung musste die verschiedenen Sorten tatsächlich 3x aufzählen, bis wir uns entscheiden konnten. Schliesslich wählten wir Gianduja, Grand Cru und Kokos – alles empfehlenswert!

 

Winterthur, Café, Gottlieber, Hüppen, Schweiz

 

Auf dem Weg zur Altstadt machten wir Halt in Frida’s Coffee & Cake in der Archhöfe City Mall, ebenfalls nahe beim Bahnhof. Obwohl man sich mit der auf altmodisch gemachten Einrichtung sehr Mühe gegeben hat, ist die Atmosphäre mitten im Einkaufszentrum nicht wirklich lauschig. Aber die super freundliche Bedienung und die leckere Quiche haben das wieder wett gemacht. „Frög d’Frida, sie weiss, was guet für dich isch!“ („Frag Frida, sie weiss, was gut für dich ist!“) steht auf der Speisekarte! Wir haben die Bedienung natürlich gefragt und gleichzeitig herausgefunden, dass diese „Tida“ hiess und nicht „Frida“ – fand ich sehr witzig…

 

Winterthur, Café, Frida's Coffee & Cake, Quiche, Schweiz

 

Quer durch die Altstadt ging es über den Neumarkt in die Steinberggasse. Hier findet übrigens von März bis Oktober jeweils am zweiten und letzten Samstag des Monats ein riesiger Flohmarkt statt. Nur im Vorbeigehen sahen wir das Café Fahrenheit, direkt neben dem Flohmarkt. Super beschaulich sah dort der gedeckte Garten aus.

 

Eher zufällig entdeckten wir das CinCin an der Steinberggasse 7. Aufgefallen war mir das Schiebefenster: Wie im Drive In (hier eher „go in“) kann man durchs Fenster einen Kaffee oder Tee to go bestellen. Wir liessen es uns nicht nehmen, in den Laden zu gehen und entdeckten ein wahres Tee-Juwel. Egal, welche Teesorte du suchst, hier findest du sie. Egal, gegen welches Leiden du einen Tee möchtest, hier bekommst du ihn. Der quirlige Verkäufer war mit solch einer Leidenschaft bei der Arbeit, wie ich es selten gesehen habe. Uns hatte er gleich in der Tasche, wir kauften alle etwas! Ich gönnte mir einen Rooibostee mit Zimt, mmhhh, mein neuer Lieblingstee!

 

Winterthur, Café, CinCin, Tee, Schweiz

 

Gerne hätten wir im Café Cappuccino an der Obergasse 14 eine Pause gemacht. Der Aussenbereich sah super aus, dementsprechend war aber auch alles besetzt. Innen ist es eher klein und unscheinbar, wir beschlossen, weiter zu gehen. Winterthur hat ja noch so viel zu bieten.

 

Und tatsächlich, nur einige Häuser weiter ergatterten wir im Hi & Da, ebenfalls an der Obergasse, den letzten Platz. Die Inneneinrichtung besteht aus gemütlichen Palettenmöbeln, doch bei dem schönen Wetter zogen wir es vor, draussen zu bleiben. Wie sagt mein deutscher Freund so schön: Sitzen, gucken, Kaffee trinken! Das kann man im Hi & Da wunderbar machen. Für mich gab es zwar keinen Kaffee, sondern einen absolut empfehlenswerten Chai Latte und leider waren wir zu satt, um etwas zu essen, doch die hausgemachte Aprikosenwähe (Tünne, Turte, Früchtekuchen), die unsere Tischnachbarn assen, sah zum Reinbeissen lecker aus!

 

Winterthur, Café, Hi & Da, Schweiz

 

Absoluter Höhepunkt des Tages sollte noch folgen: Durch die Haupteinkaufsstrasse (Marktgasse) bummelten wir zurück in Richtung Bahnhof. Gleich in der Nähe, im toll umgebauten Sulzer Areal, befindet sich nicht nur die von mir heiss geliebte Outback Lodge (australische Spezialitäten), sondern auch das super originelle Les Wagons Bistro & Bar. Es war Liebe auf den ersten Blick zwischen mir und den umgebauten, über 100 Jahre alten Wagen der Uetlibergbahn! Angestrahlt von der Abendsonne sassen wir gemütlich vor der Bahn (sozusagen auf dem Perron/Bahnsteig) und genossen ein fantastisches Apéro Plättli mit Salziz, verschiedenen Käsesorten, Trauben, getrockneten Tomaten und Essiggürkli. Zum Anstossen gab es einen wohl verdienten Hugo: Auf die Freundschaft! So lässt man den Tag gerne ausklingen.

 

Winterthur, Café, Les Wagons Bistro & Bar, Schweiz

 

Fazit: Kaffee und Tee (und Hugo!) trinken in Winterthur macht unheimlich Spass. Die Auswahl ist zahlreich und die Bedienung in den von uns besuchten Cafés war ausnahmslos freundlich (und das, obwohl wir keine Zürcher sind… 😉 )!

 

Folge mir um die Welt!

 

Illuminiertes Bad Ragaz (Schweiz)

Der kleine Paracelsus spaziert mit seinen Eltern der Tamina entlang. Seine Neugier und sein Abenteuerdrang führen ihn weg von den Eltern, er stürzt in die tosende Tamina. Mit magischen Lichtanlagen nimmt Paracelsus den Zuschauer mit auf eine fantastische Reise zum Geheimnis der warmen Quelle.

 

Tamina Lumina, Lightragaz, Tamina, Bad Ragaz, Schweiz

 

Der märchenhafte Streifzug startet bei der alten Badbrücke am Eingang zur Tamina-Schlucht.

 

Tamina Lumina, Lightragaz, Tamina, Bad Ragaz, Schweiz

 

Mittels Projektion auf einen Wasserfall werden uns Paracelsus und seine Eltern vorgestellt. Hausfassaden werden angeleuchtet und erzählen Geschichten.

 

Tamina Lumina, Lightragaz, Tamina, Bad Ragaz, Schweiz

 

In der Alten Wäscherei führen Lichtspiele in eine fabelhafte Welt und locken den Besucher zu visuellen und physischen Interaktionen. Berühre die Wand und löse ein neues, psychodelisches Lichterbild aus. Beobachte angeleuchtete Discokugeln, bis dir schwindlig wird. Lass dich in eine Zauberwelt aus Licht, Schatten und Musik entführen.

 

Tamina Lumina, Lightragaz, Tamina, Bad Ragaz, Schweiz

 

Tamina Lumina, Lightragaz, Tamina, Bad Ragaz, Schweiz

 

In einem gemütlichen, rustikal eingerichteten Schopf kannst du kurz Luft holen und in die Realität zurückkehren, bevor dich ein fantastisches Finale an einer grossen, illuminierten Hauswand wieder gefangen nimmt.

 

Tamina Lumina, Lightragaz, Tamina, Bad Ragaz, Schweiz

 

Tamina Lumina, Lightragaz, Tamina, Bad Ragaz, Schweiz

 

Tamina Lumina, Lightragaz, Tamina, Bad Ragaz, Schweiz

 

Mich persönlich haben die eindrücklichen Lichterspiele mehr gefangen genommen als die wundersame Geschichte des Paracelsus. Anfangs hatte ich eine weihnachtliche Vorführung erwartet. Doch mit Weihnachten hat diese Reise zwischen Traum und Realität gar nichts zu tun. Es geht viel mehr darum, die dunklen Winterstunden zu illuminieren und dir einen Teil von Bad Ragaz‘ Geschichte näher zu bringen.

 

Tamina Lumina, Lightragaz, Tamina, Bad Ragaz, Schweiz

 

Die Tamina Lumina findet noch bis zum 12. Januar 2019 in Bad Ragaz statt, der Eintritt kostet CHF 18 pro Person.

 

Folge mir um die Welt! 

 

Das neue Casa Caminada am Ende der Welt – in Fürstenau (Schweiz)

Im Bündnerland hats Nachwuchs gegeben! Der Schweizer Sternekoch Andreas Caminada hat nebst dem Gault-Millau-Tempel Schloss Schauenstein neu das Casa Caminada eröffnet. Das Gute an dieser Geburt: Das Casa Caminada ist auch für Otto Normalverbraucher absolut erschwinglich – und es gibt (zumindest bis jetzt) keine einjährigen Wartezeiten für eine Reservierung!

 

Alternativ zur staureichen Gotthard-Route kann man auf der A13 über den San Bernardino in Richtung Süden fahren. Auf dieser Strecke, kurz vor dem Splügenpass, noch im Tal unten, nimmst du die Ausfahrt Thusis Nord und erreichst wenige Sekunden später Fürstenau. Dominiert wird der Ort vom vorerwähnten Schloss Schauenstein.

 

Schloss Schauenstein, Fürstenau, Casa Caminada, Restaurant, Gaul Millau, Schweiz

 

Gleich vis-à-vis vom Schloss, mitten im malerischen Dorfkern, befindet sich das neu eröffnete Casa Caminada. Dieses ist nicht nur ein Restaurant, sondern auch ein Hotel, eine Bäckerei und ein Laden. Ich hatte drei Tage zu vor für einen Samstag auf 18 Uhr einen Tisch reserviert. Zu meiner grossen Freude war bei unserer Ankunft auch noch der Laden geöffnet.

 

Schloss Schauenstein, Fürstenau, Casa Caminada, Restaurant, Gaul Millau, Schweiz

 

Als ich nach den Oeffnungszeiten fragte, zuckte man mit den Schultern und meinte „Ach, wenn das Restaurant geöffnet ist, ist immer jemand hier“! Das nenne ich mal kundenfreundlich! Wir nutzten die Gelegenheit und deckten uns ein mit leckerem Roggen- und Dinkelbrot sowie diversem Trockenfleisch. Ich war total begeistert, als ich entdeckte, dass hier „Biltong“ verkauft wird, eine Tockenfleischspezialität, die ich bis jetzt nur in Südafrika gefunden habe. Natürlich wird Biltong in Fürstenau nicht aus Springbock-Fleisch gemacht, sondern mit Fleisch der heimischen Gemse.

 

Das Casa Caminada ist traditionell bündnerisch und trotzdem modern.

 

Schloss Schauenstein, Fürstenau, Casa Caminada, Restaurant, Gaul Millau, Schweiz

 

Jetzt im November, als es um 18 Uhr bereits dunkel war, waren überall Kerzen aufgestellt. Obwohl die Einrichtung eher spartanisch ist, ist sie gleichzeitig sehr gemütlich. Wir fühlten uns sofort wohl. Die freundliche Bedienung deckte uns mit fantastischem Brot und selbst gemachter Butter ein. Was soll ich sagen? Ich hätte nichts weiter gebraucht, ich hätte mich nur vom Brot ernähren können – der Brotkorb wurde bei uns 3x aufgefüllt… 🙂

 

Die Speisekarte bestand hauptsächlich aus Spezialitäten aus dem Bündnerland und genau das bestellten wir auch: Nüsslisalat zur Vorspeise und Maluns mit Apfelkompott und Bergkäse sowie Gemsrücken mit Quarkbizochels als Hauptgerichte. Selbstredend, dass alles unglaublich lecker geschmeckt hat, es blieb kein Krümel übrig. Eigentlich wären wir nach dem Essen (und vor allem nach dem vielen Brot…) mehr wie satt gewesen, aber wenn man schon in Fürstenau ist, kann man natürlich nicht auf ein Dessert verzichten. Wir wählten eine köstliche, karamellisierte Apfeltarte und verschiedene Glacésorten. Das Casa Caminada schreibt auf seiner Webseite: „Kein Besteck ist so sinnlich wie der Löffel. Deshalb freuen wir uns ganz besonders, wenn Sie Messer und Gabel einmal links liegen lassen und den Teller bei uns einfach auslöffeln.“ Wir haben das wortwörtlich befolgt!

 

Schloss Schauenstein, Fürstenau, Casa Caminada, Restaurant, Gaul Millau, Schweiz

 

Schloss Schauenstein, Fürstenau, Casa Caminada, Restaurant, Gaul Millau, Schweiz

 

Schloss Schauenstein, Fürstenau, Casa Caminada, Restaurant, Gaul Millau, Schweiz

 

Schloss Schauenstein, Fürstenau, Casa Caminada, Restaurant, Gaul Millau, Schweiz

 

Bei unserer Ankunft waren wir die ersten Gäste gewesen. Im Laufe des Abends füllte sich das Restaurant bis auf den letzten Platz. Zu unserem grossen Erstaunen schienen wir die einzigen „Unterländer“ zu sein, die meisten Gäste waren Einheimische.

 

Fürstenau war mir bis vor kurzem kein Begriff gewesen, das Schloss Schauenstein schien „am Ende der Welt“ gelegen. Doch mit dem Casa Caminada ist „das Ende der Welt“ etwas näher gerückt. Ein Besuch im Restaurant kann man mit einem Ausflug in die Viamala-Schlucht, einem Skitag in Laax oder wie eingangs erwähnt mit der Fahrt ins Tessin verbinden. Ich jedenfalls werde das zukünftig so machen, und ich habe mir fest vorgenommen, auch mal im Casa Caminada zu übernachten. Die Bilder der Hotelzimmer auf der Webseite sehen mehr wie einladend aus!

 

Ich weiss, dieser Artikel hört sich schwer nach bezahlter Werbung an. Aber glaub‘ mir, weder der Spitzenkoch selber noch sein Team wissen, dass ich hier schreibe. Die haben meine Werbung gar nicht nötig, die sind auch so jeden Abend ausgebucht! Ich schreibe diesen Text, weil ich vom Restaurant begeistert bin und weil ich denke, dass dich das auch begeistern könnte. Oder warum sonst fahre ich zwei Stunden hin und zurück für ein Nachtessen?

 

Folge mir um die Welt!

 

Ein Bild geht um die Welt: Aescher-Wildkirchli im Alpsteingebiet (Schweiz)

„Sönd wöllkomm“ (Seid willkommen) – so freundlich wird man überall im Appenzellerland begrüsst. Für mich eine der schönsten Regionen der Schweiz, ein Blick auf die grüne Hügellandschaft wirkt beruhigend und erholsam. Meinen Bericht über die Hauptstadt des Kantons Appenzell Innerrhoden kannst du übrigens hier nachlesen.

 

Das Appenzellerland hat viel zu bieten. Schon ganz lange stand bei mir der Besuch des Alpsteingebietes und des alten Berggasthauses Aescher auf der Liste. Sobald du das Bild siehst, weisst du, wovon ich spreche…

 

Aescher, Wildkirchli, Appenzell, Schweiz, Röschti

 

Seit dieser Ort von National Geographic zum schönsten Ort der Welt gekürt wurde, pilgern die Touristen in Scharen dorthin. In zu grossen Scharen… Dem Pächter-Ehepaar vom Aescher ist der Trubel zu viel geworden, die Infrastruktur der ehemaligen Alphütte aus dem 19. Jahrhundert kann dem Besucheransturm nicht mehr gerecht werden. Anfang November diesen Jahres wurde das Aescher vorerst geschlossen und neue Pächter werden gesucht.

 

 

Grund für den Ansturm ist sicherlich auch die relativ einfache Anreise zum Aescher: Ab Wasserauen nimmt man die Gondelbahn auf die Ebenalp. Hier bitte erstmal stehen bleiben und die rundum Aussicht geniessen!

 

Aescher, Wildkirchli, Ebenalp, Appenzell, Schweiz

 

Nach einem 20minütigen recht steilen Fussweg via Höhle und Einsiedelei gelangst du zum Wildkirchli. Von dort sind es nur noch wenige Meter über einen Holzsteg der Felswand entlang zu einem der ältesten Gasthäuser der Schweiz, dem Aescher Wildkirchli. Ein wirklich eindrücklicher Anblick, wie das Gasthaus in den Fels gebaut ist. Viele Touristen kommen mit Converse-Turnschuhen, Leder-Handtasche an einem Selfi-Stick am anderen Arm… – das kann man machen, empfehlenswert ist so ein Outfit in den Bergen allerdings nie!

 

Wir haben Glück und ergattern einen Tisch im Innern des Gasthauses, direkt neben der Felswand mit Aussicht auf den Hohen Kasten. Das Tischset ziert ein allerliebster Brief von Sepp an Fräulein Dorothé.

 

Aescher, Wildkirchli, Ebenalp, Appenzell, Schweiz, Röschti

 

Noch besser als das Tischset ist allerdings die Menükarte: Was soll ich sagen? Im Aescher gibt es die besten Röschti, die ich je gegessen habe. Wirklich! Und meine Freunde haben zum Dessert die einheimische Spezialität Schlorzi Flade gegessen, ebenfalls super lecker. Schon verrückt, was auf 1‘454 müM alles in der Küche gezaubert wird, wenn man bedenkt, dass weder fliessendes Wasser noch Strom vorhanden sind und dass die Abwaschmaschine nicht laufen kann, wenn gleichzeitig Röschti gekocht wird!

 

Eigentlich war der Plan, dass wir wieder mit der Gondelbahn herunterfahren. Als wir jedoch die vielen Leute sahen, beschlossen wir, an diesem schönen Nachmittag zu Fuss ins Tal zu wandern. Sportlich gesehen ein absolut richtiger Gedanke, muskelkatertechnisch weniger… 3.7 Kilometer in 1 h 45 min schienen uns machbar – erst im Nachhinein sah ich im Internet, dass wir eine „anspruchsvolle Wanderung“ ausgewählt hatten… Anfangs führte der Weg über grüne Alpwiesen, vorbei an riesigen Fliegenpilzen und über die Skipiste.

 

Aescher, Wildkirchli, Ebenalp, Appenzell, Schweiz

 

Auf der Bommenalp gab es eine kurze Pause und wir nutzten die Gelegenheit, um frischen Alpkäse zu kaufen. Ich hatte das Gefühl, das Aergste wäre geschafft, nun würde es sicher auf einem schönen Wanderweg über Wiesen ins Tal gehen. Aber oha, der felsige Alpstein ist nicht zu unterschätzen: Der Blättliweg im Wald war ziemlich steil, mit vielen Stufen und zwischendurch auch recht rutschig – aber der Pfad ist in gutem Zustand. Bereits nach einer halben Stunde steilem Abstieg waren die Knie wie Pudding…

 

Umso mehr hatten wir uns den Feierabend-Drink in der Pfefferbeere (einem umgebauten Wagen der Appenzeller Bahn) mit Ausblick auf den Alpstein verdient!

 

Aescher, Wildkirchli, Ebenalp, Appenzell, Schweiz, Pfefferbeere

 

Folge mir um die Welt!

Otto’s Emden in Ostfriesland (Deutschland)

„Otto versaut Hamburg“ – „Susi Sorglos föhnt ihr Haar, ja, ja…“ – „English for Runaways“ – „Hallo Echo – Hallo Otto“ – „Leber an Grosshirn, Leber an Grosshirn, wo bleibt denn der Alkohol??“

 

 Emden, Ostfriesland, Deutschland, Otto, Dat Otto Huus

 

Wer in den 80ern aufgewachsen ist, der ist um Ottos Sprüche nicht drum herum gekommen. Man liebte sie oder man hasste sie. Ich gehört zu Ersteren, hatte diverse Kassetten (yeap, Kassetten!) von Otto und habe alle seine Filme gesehen. Sogar die Ottifanten konnte ich malen und hatte meine eigene Unterschrift mit Ottifant kreiert! – Obwohl ich immer oft in Hamburg gewesen war, habe ich es nie bis nach Ostfriesland geschafft. Dabei wollte ich doch immer schon mal Otto’s Heimat besuchen.

 

Wie heisst es so schön: Unverhofft kommt oft! Auf meinem Road Trip nach Groningen in Holland stellte ich kurz vor dem Ziel plötzlich fest, dass ich nur eine Stunde von Emden in Ostfriesland entfernt war! Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Zeit hatten wir genug, also wurde spontan ein Umweg nach Emden eingelegt.

 

Die weite, flache ostfriesische Landschaft entspannt, auch wenn viele nervige Baustellen dies zu verhindern versuchten. Das Meer war immer nah und die modernen Windmühlen ultrapräsent. Hier fühlte ich mich wohl.

 

Emden, Ostfriesland, Deutschland, Otto, Dat Otto Huus

 

Emden überraschte mich auf den ersten Blick. Erwartet hatte ich nicht viel, doch dieser entzückende kleine Hafen mitten im Städtchen verzauberte mich mit seinem Charme.

 

Emden, Ostfriesland, Deutschland, Otto, Dat Otto Huus

 

Emden, Ostfriesland, Deutschland, Otto, Dat Otto Huus

 

An Otto dachte ich keine Sekunde, ich freute mich einfach, dass ich endlich mal in Ostfriesland war! Wir bummelten durch den Ort (lange braucht man dafür nicht…), shoppten in kleinen Läden und gönnten uns ein Eis. Während ich gedankenverloren an einer Strassenecke stand und auf meine Begleitung wartete, sah ich plötzlich einen Ottifanten im Schaufenster. Und als ich mir das Gebäude genauer ansah, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich stand vor dem Otto Huus!

 

Emden, Ostfriesland, Deutschland, Otto, Dat Otto Huus

 

Emden, Ostfriesland, Deutschland, Otto, Dat Otto Huus

 

Was für eine Freude – ein jahrzehntelanges Ziel konnte unverhofft von meiner Reiseliste abgehakt werden!

 

Zeit, das Otto Museum zu besuchen, hatten wir leider nicht, aber ganz schnell in Otto‘s Souvenirladen (natürlich nicht, ohne auch etwas zu kaufen…) musste einfach sein.

 

Ostfriesland, es war mir eine Freude – ich komme wieder und werde dich besser kennenlernen!

 

Folge mir um die Welt!

Emden 7

Ab ans Meer – am besten nach Zeeland (Niederlande)

„Ich fahre demnächst nach Zeeland und bin auf der Suche nach Tipps und Empfehlungen.“ Diese Anfrage las ich kurz vor meiner Abreise in einem Blogger-Forum. Eine der Antworten hierzu war „Ich habe ein Jahr in Neuseeland gelebt und in meinem Blog viel darüber geschrieben.“ Schade nur, dass diese Tipps überhaupt nicht weiterhelfen, denn mit Zeeland ist natürlich nicht Neuseeland gemeint, sondern eine Provinz an der Nordsee, bestehend aus vielen Inseln und Halbinseln in den südwestlichen Niederlanden!

 

Für die Fahrt von Groningen nach Vrouwenpolder im holländischen Zeeland brauchten wir einen ganzen Tag. Die Strecke an und für sich ist eigentlich nur 350 km lang, aber dazwischen gab es soo viel zu sehen, da mussten wir immer wieder anhalten. Unsere Zwischenstopps machten wir auf dem Afsluiddijk (Abschlussdeich, der die Nordsee vom Ijsselmeer trennt), in Egmond aan Zee (ich musste mir natürlich den Leuchtturm Van Speijk anschauen!), Wijk aan Zee und mitten im Nirgendwo, weil wir dieser entzückenden Windmühle mitten im Dorf nicht widerstehen konnten. – Womit wir gleich zu Beginn alle Holland Clichées bedient hätten… 😉

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Egmond aan Zee

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Egmond aan Zee

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Egmond aan Zee

 

Tagesziel war Vrouwenpolder. Der Ort selber ist nicht weiter erwähnenswert, aber der Strand dafür umso eindrücklicher: ewig breit, ewig lang – perfekt für einen Abendspaziergang nach dieser langen Autofahrt. Eine Viertelstunde am Nordseestrand lässt alle Sorgen sofort vergessen! Wer mehr Zeit hat, kann von Vrouwenpolder alles dem Strand entlang bis nach Domburg spazieren, dort in einer schönen Strandbar einkehren und wieder zurück wandern. Herrlich, das wird mein Plan sein, wenn ich nächstes Mal in diese Ecke komme.

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Vrouwenpolder

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Vrouwenpolder

 

Sieht es nicht traumhaft aus? Beim Schreiben dieses Beitrages kann ich mich gleich von Neuem in Zeeland verlieben!

 

Die grösste Stadt in Zeeland ist Middelburg. Eine typische, holländische Kleinstadt, die nicht nur mein Shopping-Herz höher schlagen lässt, sondern sich auch wunderbar zum Bummeln und Kaffee trinken eignet. Für uns gabs erstmal Frühstück im Expresszo am Pottenmarkt 22. Bei schönstem Wetter sassen wir draussen auf dem Platz und genossen ein gesundes Joghurt mit Müesli. Aber auch bei schlechtem Wetter sollte man sich eine Pause im Expresszo gönnen, das Café ist super herzig eingerichtet – leuk!

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Middelburg

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Middelburg

 

Absolut malerisch ist der klitzekleine Ort Veere, direkt am Veerse Meer gelegen. Natürlich wussten das nicht nur wir, sondern auch viele weitere Touristen… An einem schönen Sommertag ist der Ort recht überlaufen.

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Veere

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Veere

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Veere

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Veere

 

Abschluss unserer Drei-Ortschaften-Tour machte an diesem Tag Domburg. Auch hier war einiges los, wir fanden kaum einen Parkplatz. Als wir das endlich geschafft hatten, liessen wir uns von den Leuten in den gemütlichen, kleinen Stadtkern treiben. Mir hatte es in den engen Strassen zu viele Leute, ich musste an den Strand. Das Wetter war grad dabei umzuschlagen: Es zogen Wind und Wolken auf, viele Leute flüchteten vom Strand und kamen uns entgegen. Der Domburger Strand ist einer der ältesten und saubersten Strände der Niederlande. Wunderschöne Fotoobjekte sind hier die grossen, hölzernen Wellenbrecher. Ich konnte mich nicht sattsehen, einfach nur durchatmen, Wellen gucken und Wellenbrecher von allen Seiten fotografieren.

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Domburg

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Domburg

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Domburg

 

Hach, ich habe mein Herz verloren an diesen herrlich friedlichen Flecken Erde. Ich komme wieder und dann mit hoffentlich viel mehr Zeit im Gepäck.

 

Zeeland, Holland, Niederlande, Vrouwenpolder

 

Folge mir um die Welt!

Shopping-Trip ins sexy Groningen (Niederlande)

„Groningen? Nicht grad sexy!“ war die Reaktion auf meine Aussage, dass ich nach Groningen fahren würde. Warum ausgerechnet Groningen? Meine Antwort: „Warum nicht!“ Ich hatte einen Artikel über die Studentenstadt im Norden Hollands gelesen und hatte mir in den Kopf gesetzt, Groningen zu besuchen. Nun war es soweit – und ich wurde nicht enttäuscht!

 

Groningen ist für mich nicht ganz einfach zu erreichen, die Stadt ist 855 km von meinem Wohnort entfernt und ein Flughafen mit Direktflug ab Zürich ist nicht wirklich in der Nähe. Also war eine Reise mit Auto angesagt, sowieso besser, wenn man an die fantastischen Shopping-Möglichkeiten in Holland denkt… 🙂 Die Hinfahrt unterbrachen wir mit einer Uebernachtung in Frankfurt und zwei Kurzstopps in Münster und Emden. Emden liegt zwar nicht direkt am Weg, aber wenn ich so nahe bei Ottos Heimat bin, dann MUSS ein Stopp in Ostfriesland einfach sein!

 

Groningens Stadtkern ist eingerahmt von typischen Grachten. Wir übernachteten im modernen Best Western Hotel Groningen Centre am Rande der Innenstadt, direkt neben den Grachten. Die Lage ist top, die Angestellten sind super freundlich und hilfsbereit. Ein Parkplatz in der Tiefgarage ist mit € 17 pro Nacht nicht grad günstig, aber ich war froh, konnte ich das Auto stehen lassen und die Stadt zu Fuss erkunden. Bei der Reservierung hatte ich ein ruhiges Zimmer mit Aussicht angefragt und bekam tatsächlich ein Zimmer im obersten Stock mit fantastischem Blick über die Stadt. Was will man mehr?

 

Groningen, Niederlande, Holland, Best Western Hotel

 

Die Folkingestraat in Groningen soll die schönste Einkaufsstrasse der Niederlande sein. So viele Einkaufsstrassen kenne ich in Holland noch nicht, aber dass die Folkingestraat sehenswert ist, kann ich definitiv unterschreiben.

 

Groningen, Niederlande, Holland, Folkingestraat

 

Gleich zu Beginn machten wir Halt im Frietwinkel und assen die leckersten Pommes, die ich während dem ganzen Trip in Holland gegessen habe. Fasziniert hat mich die Tatsache, dass an der Tüte für die Pommes eine weitere kleine Tüte befestigt war, wo die Mayo reinkam – sehr clever!

 

Groningen, Niederlande, Holland, Folkingestraat, Frietwinkel

 

 

Entzückende kleine Geschäfte wie Lily & Rose (hier gibt es mein geliebtes Blonde Amsterdam Geschirr, ich bin beinahe nicht mehr aus dem Laden rausgekommen…), Folk (Designs, Briefpapier etc.), Fris (Schmuckstücke selber gestalten), Bäckereien, Schokoladengeschäfte und Eiscafés lassen das Shopping-Herz höher schlagen. Aber auch die Oosterstraat (viele Wohn- und Interiorgeschäfte), Zwanestraat und die Herestraat (Haupt-Einkaufsstrasse) sollte man nicht links liegen lassen.

 

Schönstes Geschäft am Vismarkt ist definitiv der Interior Shop Laif & Nuver. Gleich daneben der Schnäppchenmarkt SoLow und Flying Tiger, der dänische Schnickschnack-Shop, dem ich in keiner Stadt widerstehen kann. Unbedingt einen Besuch abstatten solltest du dem Supermarkt Albert Heijn im schönsten, historischen Gebäude am Vismarkt. Wir haben uns hier mit 1001 Teesorten und Gewürzbrot eingedeckt!

 

Groningen, Niederlande, Holland, Vismarkt

 

Zwei weitere Pflichtshops für mich, wenn ich in Holland bin: Dille & Kamille (am Grote Kromme Elleboog 18-20 kannst du dich mit Küchenbedarf bis zum Geht-nicht-mehr eindecken!) und Manfield. Was für ein Schock, als ich feststellen musste, dass mein Lieblings-Schuhladen an der Herestraat „dauerhaft geschlossen“ war. Erst später sah ich, dass ein neuer Manfield am Grote Markt im Bau, aber leider noch nicht eröffnet war.

 

Groningen, Niederlande, Holland, Grote Markt

 

 Auf dem Weg von der Folkingestraat zur Herestraat spazierten wir durch kleine Querstrassen und – oops – landeten unverhofft im Rotlichtviertel Groningens. Nicht nur in Amsterdam, auch hier stehen/sitzen die Damen in Bikinis (es war über 30 Grad heiss) in Fenstern und Hauseingängen und warten auf Kundschaft – am hellen heiteren Nachmittag. In diesem Zusammenhang muss ich dir gleich noch ein Bild eines Schaufensters zeigen, welches wir zufällig in der Oosterstraat (also nicht im Rotlichtviertel!) entdeckt haben.

 

Groningen, Niederlande, Holland, Oosterstraat

 

Und Groningen soll nicht sexy sein??

 

Wer shoppt, wird irgendwann mal müde und hungrig. Da muss mehr her als nur Pommes im Stehen. Als Super-Tipp erwies sich das Restaurant De Uurwerker am Uurwerkersplein 1. Versteckt in einem Innenhof befindet sich hier eine coole Location mit Studentenatmosphäre. Bei schönem Wetter sitzt man draussen auf Holzbänken, bei schlechtem Wetter ist man im äusserst hipp eingerichteten Restaurant – „gezellig“ würden es die Niederländer nennen! Egal, was man isst, alles ist super lecker.

 

Groningen, Niederlande, Holland, Restaurant, De Uurwerker

 

Groningen, Niederlande, Holland, Restaurant, De Uurwerker

 

Und wer sich auf dem Heimweg noch einen Absacker gönnen möchte, dem empfehle ich die rooftop Bar Cappuvino. Die tolle Aussicht über die Stadt muss man sich verdienen, indem man drei enge Stockwerke durchs Restaurant hochgeht. Doch dann erwartet dich eine openair Bar in äusserst relaxter Atmosphäre. Während in Zürich eine Bar an dieser Lage mit Schickimicki-Leuten gefüllt wäre, tummelten sich hier ganz entspannt Hinz und Kunz mit Einkaufstüten (ich!), Birkenstock-Sandalen (nicht ich!) oder silbrigen Halbschuhen in jeder Altersklasse. Das mag ich so an den Holländern, diese Ungezwungenheit.

 

Groningen, Niederlande, Holland, Bar, Cappuvino

 

Groningen, Niederlande, Holland, Bar, Cappuvino

 

Ebenfalls einen Besuch wert an einem lauen Sommerabend ist das Harbour Café an der Voor Het Voormalig Klein Poortje, vis-à-vis vom Best Western Hotel. Hier sitzt man auf gemütlichen Lounge Möbeln, etwas abseits vom Trubel, direkt an der Gracht und lässt bei Snacks und Drinks den Tag ausklingen – „heel goed“.

 

Groningen, Niederlande, Holland, Grachten, Harbour Café

 

Sexy oder nicht sexy, Groningen ist auf alle Fälle einen Shopping-Trip wert – mir hats gefallen!

 

Folge mir um die Welt!