Europa

Gemütliches Tallinn (Estland) im Regen – Teil II

Wer Tallinn bei schlechtem Wetter besucht, hat den grossen Vorteil, dass er ohne schlechtes Gewissen von einem gemütlichen Café ins nächste hüpfen kann! Ein toller Start in den Tag bietet das Café Must Puudel (übersetzt „Schwarzer Pudel“). Die verschiedenen Räume sind alle im Retro-Stil eingerichtet. Die Bedienung war unglaublich nett, das Frühstück unglaublich lecker und erst noch sehr gesund! Wir konnten nicht widerstehen und nahmen noch eine Kardamom-Schnecke mit auf den Weg – köstlich!

 

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Versteckt in einer klitzekleinen Altstadtgasse, fanden wir das Café nur mit Hilfe der App maps.me. Eine App, die ich übrigens sehr empfehlen kann. Die runtergeladenen Karten kannst du offline nutzen und findest so jedes Café und jede Strasse einer dir unbekannten Stadt!

 

Regen hin oder her, unbedingt sehen wollten wir die bekannten Holzhäuser Tallinns. Dies führte dazu, dass wir (gefühlt) stundenlang bei recht ungemütlichem Wetter erst durch den Stadtteil Kalamaja (heisst übersetzt übrigens „Fischhaus“) und dann durch den Stadtteil Kadriorg (natürlich am anderen Ende der Stadt…) spazierten. Wie schon in meinem ersten Tallinn-Beitrag gesagt: Schön kann jeder!

 

Direkt hinter dem Bahnhof liegt der Balti Jaam Market. Auf drei Stockwerken befinden sich in der Markthalle nebst Cafés und Restaurants vorwiegend Stände mit Lebensmitteln und Fellsachen (Schals, Handschuhen etc.).

 

Zwischen den Strassen Kopli und Soo schlenderten wir durch kleine Seitenstrassen, gesäumt von typisch estnischen Holzhäusern. Ursprünglich lebten hier Fischer, Fischhändler und Bootsbauer, später wurden Fabriken gebaut und Arbeiterhäuser erstellt. Heute wird der Stadtteil Kalamaja durch Tallinns Kunstszene beherrscht. Hier wohnen die Jungen und die Kreativen.

 

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Unser Weg führte zum Kohvik (Café) Klaus am Hafen. Wir brauchten definitiv eine Auszeit vom Regen! Nebst gutem Kaffee kann man hier auch lecker Frühstücken und vietnamesisch essen. Eigentlich wollten wir in diese Richtung, weil das Café Klaus gleich neben dem Eesti Design Shop liegen sollte. Dieser befindet sich neuerdings aber im Einkaufszentrum vis-à-vis von der Oper! Ebenfalls in der Nähe des Hafens ist das Sowjetgefängnis am Meer – aufgrund des strömenden Regens sparten wir uns allerdings den Gang dorthin.

 

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Nachdem ich bei meinen Reisevorbereitungen gelesen hatte, dass es an der Jaan Poska Strasse „wunderschöne Holzhäuser“ geben sollte, wollte ich natürlich dahin. Bei strömendem Regen liefen wir einmal quer durch die Stadt in den Stadtteil Kadriorg. Was soll ich sagen? Die A. Weizenbergi Strasse mit ihren Vorstadtvillen ist ganz nett anzuschauen, doch in der Jaan Poska Strasse haben wir nichts gesehen, was uns aus den Socken gehauen hätte. Aber gut, immerhin haben wir so erfahren, dass Jaan Poska einer der Gründer von Estland und Oberbürgermeister von Tallinn war. Hättest du das gewusst??

 

Und wir entdeckten in der Gegend ein weiteres gemütliches Kaffee. Eine Pause zum Aufwärmen war dringend nötig, so langsam drangen Kälte und Nässe durch unsere Kleidung durch. Wir standen an einer Kreuzung und wussten nicht, sollten wir links, rechts oder geradeaus gehen. Da bemerkten wir direkt hinter uns das Faehlmanni Kohvik. Wir zögerten keine Sekunde und steuerten sofort auf den Eingang zu. Es erwartete uns ein skandinavisch eingerichtetes Café mit super leckerem Kaffee und Kuchen. Hier konnten wir uns gut verweilen, bis die Hosen wieder trocken waren… Positiver Nebeneffekt: Die Altstadt Tallinns ist nicht gleich um die Ecke, entsprechend wenig Touristen waren hier zu finden.

 

Dieser Beitrag erzählt dir mehr über die Kaffee-Kultur Tallinns als über die Sehenswürdigkeiten. Aber wer reist, muss flexibel sein. Wir hatten kein Problem damit, unser Reiseprogramm dem Wetter anzupassen… 🙂

 

Wir logierten übrigens im Radisson Blue Sky Hotel – sehr empfehlenswert: super freundliches Personal, sehr schön eingerichtete und geräumige Zimmer und als Tüpfelchen auf dem i die tolle Aussicht! Ich hatte bei der Reservierung geschrieben, dass ich gerne ein Zimmer mit Aussicht auf die Stadt hätte – voilà:

 

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Gemütliches Tallinn (Estland) im Regen – Teil I

Heute möchte ich dich in den eher unbekannten Norden entführen.

 

„Schön kann jeder!“ Das war unser Mantra, als wir während zwei Tagen bei Regen das gemütliche Tallinn entdeckten. Und tatsächlich war der Regen gar keine grosse Beeinträchtigung. Wer im Winter nach Tallinn geht, der erwartet eh nicht, dass er im T-Shirt bei Sonnenschein rumtanzen kann. Wir waren gut eingepackt in unsere regenfesten Winterjacken und warmen Schuhe. Wurde es doch mal zu kalt oder zu nass, waren wir ganz schnell in einem der unzähligen Cafés, wo wir uns wieder aufwärmten.

 

Tallinn, die Hauptstadt von Estland, hat mich überrascht. Das Baltikum ist eine der wenigen Regionen Europas, die für mich Reise-Neuland ist. Ich war davon ausgegangen, in einen Teil Russlands zu fliegen – eigenständig zwar, aber irgendwie eben doch russisch: russische Schriftzeichen, russisches Essen, russische Menschen… Weit gefehlt! Einmal mehr zeigt sich, dass Reisen bildet.

 

Tallinn hat mich viel mehr an Skandinavien als an Russland erinnert. Es fängt schon mit der Sprache an: Kaum etwas ist in Russisch angeschrieben. Estnisch ist dem Finnischen ähnlich und dementsprechend auch dem Ungarischen. Auch der Name „Tallinn“ hat einen skandinavischen Hintergrund: Er rührt aus der Zeit der dänischen Besetzung vor 800 Jahren und bedeutet „Dänische Burg“. Die gemütlichen Cafés geben einem dieses „hygge“ Gefühl, genau wie in Skandinavien. Zimtschnecken heissen hier „kaneeli rullides“ und schmecken genauso lecker wie die „kanel rullar“ in Schweden. – Als Skandinavien-Liebhaber war ich begeistert von Tallinn!

 

Der Weg vom Hotel in die Altstadt führte uns durch eine Reihe von Bilderrahmen. Bei Tag speziell anzuschauen, bei Nacht stilvoll beleuchtet. Und Nacht ist es im estnischen Winter lange: Als ich um 8.34 Uhr morgens aus dem Fenster schaute, war es immer noch dunkel. Nachmittags um 15 Uhr fing es bereits wieder an zu dämmern!

 

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Nach einem kurzen Abstecher auf den Musumägi (zu Deutsch „Kussberg“, wobei das Wort „Berg“ schwer übertrieben ist…) gelangst du durch das Viru-Tor in die kopfsteingepflasterte Altstadt. Die Viru ist eine Fussgängerstrasse mit Geschäften, Restaurants und Cafés.

 

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In der Viru befindet sich mein Lieblingscafé, das Café Rukis. Wir sind ganz zufällig beim Googeln drauf gestossen – Jackpot! Von aussen eher unscheinbar, erwartet uns innen ein urgemütliches Café, dekoriert mit unzähligen Kronleuchtern und Kerzen. Nicht nur wir sind der exzellenten Auswahl an Kuchen, Gebäck und Frühstück (fantastische egg benedict und pancakes!) verfallen. Wir haben Glück und ergattern den letzten Tisch, während andere wieder raus in den Regen und eine Alternative suchen müssen.

 

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Vorbei am zauberhaften Rathausplatz war unser erstes Ziel der Pikk Jalg (zu Deutsch „Langer Domberg“), ein historischer Spaziergang der Stadtmauer entlang und weiter zum Schlossplatz. Auf diesen alten Strassen spürt man die Geschichte Tallinns mit jedem Schritt.

 

Auf dem Domberg befinden sich das estnische Parlament und die Alexander-Newski-Kathedrale. Die russisch-orthodoxe Kirche ist nicht nur von aussen eine Augenweide. Ein kurzer Rundgang durch die Kathedrale lohnt sich.

 

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Obwohl der Domberg nicht wirklich hoch ist, lag hier vor der Kathedrale eine klitzekleine Schicht Schnee – eine nette Abwechslung zum ewigen Regen… In meinem nächsten Beitrag erzähle ich dir übrigens, was meine Lieblingsbeschäftigung in Tallinn bei Regen war. Unbedingt wieder vorbeischauen!

 

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Eine Winterwanderung mit Cosmo im Bregenzerwald (Oesterreich)

Der Bregenzerwald ist nah – und doch so fern: Kaum durch den Achraintunnel hinter Dornbirn im Vorarlberg gefahren, ist man in einer anderen Welt. Der Nebel ist weg, die Sonne scheint und traditionelle Holzhäuser säumen den Strassenrand. Holzhäuser, die mich faszinieren, weil sehr viele davon unglaublich modern ausgebaut sind.

 

Ich fuhr erst nach Egg, wo ich Cosmo und seine Besitzerin abholte. Gemeinsam ging es weiter via Mellau und Schoppernau bis kurz vor Warth, dem Grenzgebiet zwischen Bregenzerwald und dem Tiroler Lechtal. An diesem traumhaften Wintertag war es schwierig, einen Parkplatz zu finden. Wir mussten ein paar Mal kreisen, bis sich dann doch noch ein Plätzchen beim Salober fand.

 

Auf einem gut gepfadeten Winterweg, den wir uns mit Langläufern teilen mussten, ging es vom Hochtannbergpass vorbei am zugefrorenen Kalbelesee in Richtung Körbersee.

 

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Der Weg war gut ausgeschildert und wir kamen bei strahlendem Sonnenschein immer mal wieder ins Schwitzen. Langweilig wurde es nie: Mal steigt der Weg gemächlich an, mal geht es wieder runter, zwischendurch kreuzten wir eine Skipiste – und dann war da natürlich Cosmo, der dreijährige Berner Sennenhund, für den es nichts Schöneres gibt, als im tiefen Schnee zu toben. Wie ein Hase hoppelte er durch die weisse Pracht und freute sich über sein Hundeleben – eine wahre Freude, ihm zuzuschauen.

 

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Nach einer guten Stunde wandern, machten wir Halt im Berghotel Körbersee. Die Sonnenterrasse war voll mit Skifahrern und Wanderern, doch nach einer kurzen Wartezeit ergatterten auch wir ein Plätzchen im Freien mit traumhafter Aussicht auf den Körbersee und die umliegenden Berge. Cosmo wartete derweil brav an einen Baum gebunden auf sein Frauchen.

 

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Eigentlich wollten wir gemütlich eine Hauswurst mit Brot essen, zum Glück nicht nur mit Sicht auf die Berge, sondern auch mit Sicht auf Cosmo. Sein Frauchen war gefordert: Man kann sich an dieser Stelle nur wundern, wie viele gedankenlose, ja gar törichte Leute unterwegs sind. Natürlich erregt ein wunderschöner Berner Sennenhund Aufsehen. Aber streckt man tatsächlich einem fremden Hund ohne Begleitperson in der Nähe seine Hand ins Gesicht? Steht man mit 20 Zentimeter Abstand vor einen fremden Hund und macht Selfies mit ihm? Bewirft man einen Hund mit Schneebällen, um seine Aufmerksamkeit zu erregen? Da muss man sich nicht wundern, wenn der Hund bellt, knurrt, einen anspringt (soweit es die Leine zulässt) und im schlimmsten Fall sogar zuschnappt. Bitte denkt nach, bevor ihr euch einem fremden Hund nähert, die Hundehalter danken es euch!

 

Aber zurück zum Hauptthema dieses Beitrags: Alternativ lässt sich zusätzlich auch noch der Körbersee umrunden. Weil die Sonne allerdings schon ziemlich tief stand, verzichteten wir darauf und machten uns auf den Rückweg. Für den Rundweg auf fast 1700 müM kann man rund zwei Stunden einrechnen.

 

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Die ORF Show „9 Plätze, 9 Schätze“ hat den Körbersee 2017 zu Oesterreichs schönstem Platz gewählt. Also, diesen Ort unbedingt besuchen, bevor die Instagram-Community davon Wind bekommt… 😉

 

Ich wunderte mich, dass es ihm Bregenzerwald auf nicht mal 2000 Meter Höhe bereits so viel Schnee hatte. Ich hatte das Gefühl, dass bei uns in der Schweiz weniger Schnee lag. Doch dann hat mich Google aufgeklärt: Hast du gewusst, dass der kleine Ort Damüls mitten im Bregenzerwald einer der schneereichsten Orte der Welt ist? Dank einer Staulage in den Nordalpen fallen hier jeden Winter durchschnittlich neun Meter Neuschnee! Man lernt nie aus…

 

Uebrigens, hier noch ein kleiner Wellnesstipp im Bregenzerwald: Die Sonne in Mellau (in der Nähe von Damüls) wurde mir von Cosmo’s Frauchen empfohlen. Einerseits hast du dort einen fantastischen Blick auf die Kanisfluh (frag mich nicht warum, aber der Berg fasziniert mich – irgendwann werde ich es schaffen, dort hoch zu wandern und die Aussicht auf den Bodensee zu geniessen!), anderseits kannst du dort bei leckerem Essen und tollem Wellnessprogramm herrlich entspannen. Ich habs gemacht und würde jederzeit wieder in die Sonne gehen!

 

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Barock-Weihnachtsmarkt in Ludwigsburg (Deutschland)

Alle Jahre wieder möchte ich neue Weihnachtsmärkte entdecken. Für dieses Jahr hatte ich mir den Barock-Weihnachtsmarkt in Ludwigsburg ausgesucht.

 

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Unser Wochenendtrip führte zunächst nach Stuttgart. Bevor der Shoppingstress los ging, stärkten wir uns im Café Hüftengold im gemütlichen Bohnenviertel mit einem leckeren Frühstück – ideal, um den Tag zu starten. Am Wochenende sollte man hier unbedingt reservieren, der Laden brummte nur so. Und trotzdem war das Personal jederzeit super aufmerksam und freundlich!

 

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Den Stuttgarter Weihnachtsmarkt liessen wir links liegen, einerseits haben wir den schon viele Male gesehen, anderseits hat es mir da immer viel zu viele Touristen. Wir machten viel lieber die Königstrasse mit ihren endlosen Shoppingmöglichkeiten unsicher.

 

Abends fuhren wir mit der S-Bahn in 20 Minuten nach Ludwigsburg. Vom Holiday Inn in Stuttgart aus mussten wir einmal umsteigen, das klappte wunderbar und war einiges angenehmer, als in der Stadt lange nach einem Parkplatz zu suchen.

 

Ich war zum ersten Mal in Ludwigsburg, die Stadt gefiel mir auf Anhieb. Der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln sowie die Menschenmassen zeigten uns den Weg zum Barock-Weihnachtsmarkt. Die Hauptstrassen waren alle stimmungsvoll mit Engelsflügeln geschmückt. Obwohl es weder Schnee hatte noch sehr kalt war, kam eine weihnachtliche Stimmung auf. Auch auf dem Barock-Weihnachtsmarkt im Herzen der Stadt selber dominierten wunderschöne, riesige Engel die Dekoration und versprühten eine zauberhafte Atmosphäre.

 

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An diesem Samstagabend gab es kaum ein Durchkommen, der Markt war proppenvoll – und doch ist es hier lange nicht so überlaufen wie in Stuttgart. In der Mitte vom Marktplatz sind die ganzen Essens- und Glühweinstände und drum herum sind sternförmig die Buden mit winterlichen Kleidungsstücken, Weihnachtsschmuck, Kerzen, Kunsthandwerk und Süssigkeiten angelegt – rund 180 Stände sind es total. Wem es am Samstagabend zu voll ist, der sollte am Sonntag Vormittag nochmals wiederkommen. Da hat man dann schön Platz, die einzelnen Stände und ihre Waren genauer anzusehen.

 

Möchtest du dir eine kleine Auszeit vom Weihnachtsmarkt gönnen? Dann kann ich dir das Café Bønne in der Eberhardstrasse wärmstens empfehlen. Hier wirst du mit skandinavischer Gemütlichkeit empfangen: Helle Einrichtung, toller Kaffee, leckere Zimtschnecken, überall Kerzen –„hygge“ nennt man das in Dänemark! Allerdings brauchst du für den Genuss entweder viel Geduld oder einfach Glück: Von Insidern habe ich erfahren, dass das Café nicht nur während dem Weihnachtsmarkt immer voll ist, wir erwischten grad noch den letzten Tisch!

 

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Café Hopping in Winterthur (Schweiz)

Was an einem strahlend schönen Herbsttag ging, geht natürlich auch jetzt, im Winter: Café Hopping in Winterthur! In Zürich und Luzern hatten wir das bereits schon mal gemacht, nun sollte also die zweitgrösste Stadt im Kanton Zürich (und notabene die sechstgrösste Stadt der Schweiz!) an der Reihe sein.

 

 Wir starteten gleich hinter dem Bahnhof beim Einkaufszentrum Neuwiesen im Gottlieber. Es war der perfekte Auftakt: Auf chilligen Lounge-Möbeln genossen wir Kaffee und die berühmten Gottlieber Hüppen im Sonnenschein. Bei der grossen Anzahl von Hüppen waren wir regelrecht überfordert, die äusserst freundliche Bedienung musste die verschiedenen Sorten tatsächlich 3x aufzählen, bis wir uns entscheiden konnten. Schliesslich wählten wir Gianduja, Grand Cru und Kokos – alles empfehlenswert!

 

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Auf dem Weg zur Altstadt machten wir Halt in Frida’s Coffee & Cake in der Archhöfe City Mall, ebenfalls nahe beim Bahnhof. Obwohl man sich mit der auf altmodisch gemachten Einrichtung sehr Mühe gegeben hat, ist die Atmosphäre mitten im Einkaufszentrum nicht wirklich lauschig. Aber die super freundliche Bedienung und die leckere Quiche haben das wieder wett gemacht. „Frög d’Frida, sie weiss, was guet für dich isch!“ („Frag Frida, sie weiss, was gut für dich ist!“) steht auf der Speisekarte! Wir haben die Bedienung natürlich gefragt und gleichzeitig herausgefunden, dass diese „Tida“ hiess und nicht „Frida“ – fand ich sehr witzig…

 

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Quer durch die Altstadt ging es über den Neumarkt in die Steinberggasse. Hier findet übrigens von März bis Oktober jeweils am zweiten und letzten Samstag des Monats ein riesiger Flohmarkt statt. Nur im Vorbeigehen sahen wir das Café Fahrenheit, direkt neben dem Flohmarkt. Super beschaulich sah dort der gedeckte Garten aus.

 

Eher zufällig entdeckten wir das CinCin an der Steinberggasse 7. Aufgefallen war mir das Schiebefenster: Wie im Drive In (hier eher „go in“) kann man durchs Fenster einen Kaffee oder Tee to go bestellen. Wir liessen es uns nicht nehmen, in den Laden zu gehen und entdeckten ein wahres Tee-Juwel. Egal, welche Teesorte du suchst, hier findest du sie. Egal, gegen welches Leiden du einen Tee möchtest, hier bekommst du ihn. Der quirlige Verkäufer war mit solch einer Leidenschaft bei der Arbeit, wie ich es selten gesehen habe. Uns hatte er gleich in der Tasche, wir kauften alle etwas! Ich gönnte mir einen Rooibostee mit Zimt, mmhhh, mein neuer Lieblingstee!

 

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Gerne hätten wir im Café Cappuccino an der Obergasse 14 eine Pause gemacht. Der Aussenbereich sah super aus, dementsprechend war aber auch alles besetzt. Innen ist es eher klein und unscheinbar, wir beschlossen, weiter zu gehen. Winterthur hat ja noch so viel zu bieten.

 

Und tatsächlich, nur einige Häuser weiter ergatterten wir im Hi & Da, ebenfalls an der Obergasse, den letzten Platz. Die Inneneinrichtung besteht aus gemütlichen Palettenmöbeln, doch bei dem schönen Wetter zogen wir es vor, draussen zu bleiben. Wie sagt mein deutscher Freund so schön: Sitzen, gucken, Kaffee trinken! Das kann man im Hi & Da wunderbar machen. Für mich gab es zwar keinen Kaffee, sondern einen absolut empfehlenswerten Chai Latte und leider waren wir zu satt, um etwas zu essen, doch die hausgemachte Aprikosenwähe (Tünne, Turte, Früchtekuchen), die unsere Tischnachbarn assen, sah zum Reinbeissen lecker aus!

 

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Absoluter Höhepunkt des Tages sollte noch folgen: Durch die Haupteinkaufsstrasse (Marktgasse) bummelten wir zurück in Richtung Bahnhof. Gleich in der Nähe, im toll umgebauten Sulzer Areal, befindet sich nicht nur die von mir heiss geliebte Outback Lodge (australische Spezialitäten), sondern auch das super originelle Les Wagons Bistro & Bar. Es war Liebe auf den ersten Blick zwischen mir und den umgebauten, über 100 Jahre alten Wagen der Uetlibergbahn! Angestrahlt von der Abendsonne sassen wir gemütlich vor der Bahn (sozusagen auf dem Perron/Bahnsteig) und genossen ein fantastisches Apéro Plättli mit Salziz, verschiedenen Käsesorten, Trauben, getrockneten Tomaten und Essiggürkli. Zum Anstossen gab es einen wohl verdienten Hugo: Auf die Freundschaft! So lässt man den Tag gerne ausklingen.

 

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Fazit: Kaffee und Tee (und Hugo!) trinken in Winterthur macht unheimlich Spass. Die Auswahl ist zahlreich und die Bedienung in den von uns besuchten Cafés war ausnahmslos freundlich (und das, obwohl wir keine Zürcher sind… 😉 )!

 

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Illuminiertes Bad Ragaz (Schweiz)

Der kleine Paracelsus spaziert mit seinen Eltern der Tamina entlang. Seine Neugier und sein Abenteuerdrang führen ihn weg von den Eltern, er stürzt in die tosende Tamina. Mit magischen Lichtanlagen nimmt Paracelsus den Zuschauer mit auf eine fantastische Reise zum Geheimnis der warmen Quelle.

 

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Der märchenhafte Streifzug startet bei der alten Badbrücke am Eingang zur Tamina-Schlucht.

 

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Mittels Projektion auf einen Wasserfall werden uns Paracelsus und seine Eltern vorgestellt. Hausfassaden werden angeleuchtet und erzählen Geschichten.

 

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In der Alten Wäscherei führen Lichtspiele in eine fabelhafte Welt und locken den Besucher zu visuellen und physischen Interaktionen. Berühre die Wand und löse ein neues, psychodelisches Lichterbild aus. Beobachte angeleuchtete Discokugeln, bis dir schwindlig wird. Lass dich in eine Zauberwelt aus Licht, Schatten und Musik entführen.

 

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In einem gemütlichen, rustikal eingerichteten Schopf kannst du kurz Luft holen und in die Realität zurückkehren, bevor dich ein fantastisches Finale an einer grossen, illuminierten Hauswand wieder gefangen nimmt.

 

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Mich persönlich haben die eindrücklichen Lichterspiele mehr gefangen genommen als die wundersame Geschichte des Paracelsus. Anfangs hatte ich eine weihnachtliche Vorführung erwartet. Doch mit Weihnachten hat diese Reise zwischen Traum und Realität gar nichts zu tun. Es geht viel mehr darum, die dunklen Winterstunden zu illuminieren und dir einen Teil von Bad Ragaz‘ Geschichte näher zu bringen.

 

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Die Tamina Lumina findet noch bis zum 12. Januar 2019 in Bad Ragaz statt, der Eintritt kostet CHF 18 pro Person.

 

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Das neue Casa Caminada am Ende der Welt – in Fürstenau (Schweiz)

Im Bündnerland hats Nachwuchs gegeben! Der Schweizer Sternekoch Andreas Caminada hat nebst dem Gault-Millau-Tempel Schloss Schauenstein neu das Casa Caminada eröffnet. Das Gute an dieser Geburt: Das Casa Caminada ist auch für Otto Normalverbraucher absolut erschwinglich – und es gibt (zumindest bis jetzt) keine einjährigen Wartezeiten für eine Reservierung!

 

Alternativ zur staureichen Gotthard-Route kann man auf der A13 über den San Bernardino in Richtung Süden fahren. Auf dieser Strecke, kurz vor dem Splügenpass, noch im Tal unten, nimmst du die Ausfahrt Thusis Nord und erreichst wenige Sekunden später Fürstenau. Dominiert wird der Ort vom vorerwähnten Schloss Schauenstein.

 

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Gleich vis-à-vis vom Schloss, mitten im malerischen Dorfkern, befindet sich das neu eröffnete Casa Caminada. Dieses ist nicht nur ein Restaurant, sondern auch ein Hotel, eine Bäckerei und ein Laden. Ich hatte drei Tage zu vor für einen Samstag auf 18 Uhr einen Tisch reserviert. Zu meiner grossen Freude war bei unserer Ankunft auch noch der Laden geöffnet.

 

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Als ich nach den Oeffnungszeiten fragte, zuckte man mit den Schultern und meinte „Ach, wenn das Restaurant geöffnet ist, ist immer jemand hier“! Das nenne ich mal kundenfreundlich! Wir nutzten die Gelegenheit und deckten uns ein mit leckerem Roggen- und Dinkelbrot sowie diversem Trockenfleisch. Ich war total begeistert, als ich entdeckte, dass hier „Biltong“ verkauft wird, eine Tockenfleischspezialität, die ich bis jetzt nur in Südafrika gefunden habe. Natürlich wird Biltong in Fürstenau nicht aus Springbock-Fleisch gemacht, sondern mit Fleisch der heimischen Gemse.

 

Das Casa Caminada ist traditionell bündnerisch und trotzdem modern.

 

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Jetzt im November, als es um 18 Uhr bereits dunkel war, waren überall Kerzen aufgestellt. Obwohl die Einrichtung eher spartanisch ist, ist sie gleichzeitig sehr gemütlich. Wir fühlten uns sofort wohl. Die freundliche Bedienung deckte uns mit fantastischem Brot und selbst gemachter Butter ein. Was soll ich sagen? Ich hätte nichts weiter gebraucht, ich hätte mich nur vom Brot ernähren können – der Brotkorb wurde bei uns 3x aufgefüllt… 🙂

 

Die Speisekarte bestand hauptsächlich aus Spezialitäten aus dem Bündnerland und genau das bestellten wir auch: Nüsslisalat zur Vorspeise und Maluns mit Apfelkompott und Bergkäse sowie Gemsrücken mit Quarkbizochels als Hauptgerichte. Selbstredend, dass alles unglaublich lecker geschmeckt hat, es blieb kein Krümel übrig. Eigentlich wären wir nach dem Essen (und vor allem nach dem vielen Brot…) mehr wie satt gewesen, aber wenn man schon in Fürstenau ist, kann man natürlich nicht auf ein Dessert verzichten. Wir wählten eine köstliche, karamellisierte Apfeltarte und verschiedene Glacésorten. Das Casa Caminada schreibt auf seiner Webseite: „Kein Besteck ist so sinnlich wie der Löffel. Deshalb freuen wir uns ganz besonders, wenn Sie Messer und Gabel einmal links liegen lassen und den Teller bei uns einfach auslöffeln.“ Wir haben das wortwörtlich befolgt!

 

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Bei unserer Ankunft waren wir die ersten Gäste gewesen. Im Laufe des Abends füllte sich das Restaurant bis auf den letzten Platz. Zu unserem grossen Erstaunen schienen wir die einzigen „Unterländer“ zu sein, die meisten Gäste waren Einheimische.

 

Fürstenau war mir bis vor kurzem kein Begriff gewesen, das Schloss Schauenstein schien „am Ende der Welt“ gelegen. Doch mit dem Casa Caminada ist „das Ende der Welt“ etwas näher gerückt. Ein Besuch im Restaurant kann man mit einem Ausflug in die Viamala-Schlucht, einem Skitag in Laax oder wie eingangs erwähnt mit der Fahrt ins Tessin verbinden. Ich jedenfalls werde das zukünftig so machen, und ich habe mir fest vorgenommen, auch mal im Casa Caminada zu übernachten. Die Bilder der Hotelzimmer auf der Webseite sehen mehr wie einladend aus!

 

Ich weiss, dieser Artikel hört sich schwer nach bezahlter Werbung an. Aber glaub‘ mir, weder der Spitzenkoch selber noch sein Team wissen, dass ich hier schreibe. Die haben meine Werbung gar nicht nötig, die sind auch so jeden Abend ausgebucht! Ich schreibe diesen Text, weil ich vom Restaurant begeistert bin und weil ich denke, dass dich das auch begeistern könnte. Oder warum sonst fahre ich zwei Stunden hin und zurück für ein Nachtessen?

 

Folge mir um die Welt!